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Weimers Woche: Schafft das Saarland ab!

Die Saarländer sind experimentierfreudig - besonders in der Politik. Die Umtriebigkeit kann sich das Land leisten, weil es seit Jahren bezuschusst wird. Zeit, für einen alten Vorschlag: Die Bildung der „Saarpfalz“.

Wolfram Weimer, Journalist, Buchautor und Gründer des Politik-Magazins Cicero.
Wolfram Weimer, Journalist, Buchautor und Gründer des Politik-Magazins Cicero.

BerlinDie Saarländer sind ein lustiges Völkchen. Gemütlich, kulinarisch, französisch. Sie stellen den Grillweltmeister und probieren gerne mal was Verrücktes aus. Vor allem in der Politik, die sie als eine Art Hexentanzfestival betrachten.

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Einmal küren sie einen Ego-Zauberer wie Oskar Lafontaine zu einem druiden-ähnlichen Ministerpräsidenten, dann probieren sie eine wilde Jamaika-Koalition aus und wenn die Stimmung gerade danach ist, geben sie die auch plötzlich wieder auf und – fragen kostet ja nix – befragen sich, ob nicht eine Große Koalition viel besser und eine kürzere Legislatur viel cooler wäre. Und dann auch wieder nicht. Nun also wählt das sympathische Völkchen neu – und man darf sicher sein, es wird ihnen etwas Originelles einfallen, wie sich die politischen Tänzchen im Saarland denn weiter drehen können.

Denn im Grunde ist es egal, wer das Saarland regiert. Es kann ohnedies nicht aus eigener Kraft existieren. Das Bonsai-Bundesland – es ist etwas kleiner als der Landkreis Emsland und etwas größer als der Landkreis Bautzen – hat doch tatsächlich gut zwölf Milliarden Euro Schulden angehäuft.

Bayerische Gemüter nennen es schon „das deutsche Griechenland“, was nicht stimmt, denn im Saarland tanzt keiner Sirtaki. Und doch haben sie sich für das Jahr 2012 im Haushalt 630 Millionen neue Schulden gegönnt. Es müssen ja schließlich so wichtige Etatposten wie „Zuschüsse zur Durchführung von Wanderungen“ (200.000 Euro) finanziert werden! Und auch das „Institut für Zukunftsenergiesysteme“ will mit 800.000 Euro bezuschusst werden. Ganz zu schweigen von der Förderung von „Waldpädagogik“! Die Saarländer sind eben pfiffig.

Landespolitik

Ihre kreative Umtriebigkeit können sie sich nur leisten, weil das Saarland seit vielen Jahren von den Zuwendungen der anderen Deutschen lebt. Über die Jahre haben sich die Gelder des Länderfinanzausgleich auf 6,5 Milliarden Euro addiert. Jeder sechste Euro, den das Saarland ausgibt, wird nicht über Steuern finanziert, sondern über neue Kredite. Trotz einer akuten Staatsschuldenkrise lebt das Bundesland auch im letzten, in diesem und im nächsten Jahr massiv auf Pump.

  • 25.01.2012, 01:49 UhrAnonymer Benutzer: mike

    Also beim Lesen dieses Artikels kann ich nur noch brechen. Wer in jedem Abschnitt schreiben muss, was für ein lustiges kleines Völkchen die Saarländer doch sind, der war im Leben noch nicht dort und hat die Menschen kennengelernt. Französich, gemütlich, arghhh. Der ganze Artikel schreit förmlich nach Unwissenheit und wirft den Saarländern Dummheit und Faulheit vor, was eine Unverschämtheit ist.

    Immerhin haben sich Deutschland und Frankreich ewig um das Saarland gerissen und es ist hin- und hergewandert wegen der Montanindustrie. So wie ich das sehe steht das Saarland im Bundesvergleich heute gar nicht so schlecht dar. Dann könnte man sich auch überlegen, was die Wiedervereinigung gebracht hat und ob es nicht schlauer gewesen wäre, die DDR 1990 links liegen zu lassen. Man sollte aber ungeachtet wirtschaftlicher Interessen mal die Frage nach den regionalen deutschen Identitäten geltend machen. Und da gehören die Sachsen und Thüringer usw. nunmal zu Deutschland und Saarländer und Pfälzer gehören nicht zusammen in ein Bundesland.

    Experimentierfreudigkeit in der Politik??? Das die Jamaika-Koalition an der FDP scheitern wird war ja jedem klar, oder? Und wieviel zahlen wir momentan für Griechenland? In Berlin, das eh schon verschuldet ohne Ende ist, wird das Schloss wieder aufgebaut. In die neuen Bundesländer, die wirtschaftlich noch viel weiter hinterm Saarland stehen, werden Milliarden reingepumpt, um irgendwelche Kulturdenkmäler (z.B. Dresdner Frauenkirche) wieder aufzubauen und im Westen (nicht nur im Saarland) wohnen wir demnächst wohl im Plattenbau, oder was?

    Also lasst den 1 Mio. Saarländern gefälligst ihr kleines eigenständiges Bundesland. Man sollte sich lieber mal über andere Sachen Gedanken machen.

  • 24.01.2012, 20:41 UhrAnonymer Benutzer: MisterManta

    Ich gebe Ihnen recht Herr Weimer, Auflösen! Ich bringe die Idee auch erst zwei Tage nach Ihnen wieder in die Welt. Aber in einer Sache muss ich Ihnen widersprechen: Die Saarpfalz? Das kann ja fast nur von einem Bayern kommen. Den bedeutenderen Teil des Bundeslandes, nämlich das Rheinland, würde man völlig vergessen. Mein Vorschlag: Rhein-Saar-Pfalz. Hat auch den gleichen Klang.

    http://themundi.wordpress.com/2012/01/24/auflosen-auflosen/

  • 22.01.2012, 11:53 UhrScherzkeks

    An dieser Stelle noch mal nachschlagen wie die Pro-Kopf-Verschuldung in SACHSEN ist.
    Soweit zum Verständnis des Saarländers "Boxerhandschuh".
    UMSATZ, BIP und solcherlei Kindskramkennziffern besagen überhaupt nichts im Vergleich der Leistungsfähigkeit.
    Wann begreifen das die Wessis endlich: Leistungsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit lassen sich nicht AUF PUMP erkaufen!
    Schönen Sonntag noch.

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