Weimers Woche
Sieben Gründe für die Drachme

Griechenland taumelt am Abgrund, die Menschen plündern ihre Bankkonten, das Finanzsystem kollabiert, die Neuneu-Wahlen spitzen sich auf die Frage “Euro oder Drachme” zu. Dabei wäre die Rückkehr zur Drachme nicht nur aus linksradikaler Sicht die beste Lösung des Problems.
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Griechenland wird seine Neuneuwahlen womöglich gar nicht mehr geordnet erreichen. Die Banken melden panikartige Bargeldabhebungen, Ratingagenturen haben Griechenlandanleihen auf Kollapsniveau herabgestuft, jeder versucht sein Erspartes noch irgendwie zu retten, die Zentralbank in Athen schlägt Alarm.

Inzwischen sind die politischen Eliten Europas mehrheitlich der Meinung, Griechenland sollte aus dem Euro austreten – offiziell sagen sie das nur in behutsamen Hinweisen, aber hinter den Kulissen formiert sich ein klarer Trend. Die Notfallpläne für den Euro-Austritt werden ausgearbeitet.

Was vor einigen Monaten noch als Schreckgespenst durch Europa geisterte – inzwischen wäre es die Erlösung. Die rasche Wiedereinführung der Drachme wäre aus sieben Gründen die beste Lösung:

1. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Die Griechenlandkrise dauert immer länger, wird immer teurer, drückt das Land in immer verzweifeltere Situationen. Es braucht einen Befreiungsschlag. Die Rückkehr zur eigenen Währung wäre das.

2. Griechenland bekäme schlagartig die Möglichkeit, seine Schuldenlast über einen Währungsschnitt zu reduzieren. Da das Land offensichtlich weder die Kraft noch den Willen hat, seine Schulden zu bedienen, wäre der Austritt aus dem Euro wie ein finanzieller Neuanfang.

3. Griechenland bekäme endlich wieder ein Instrument in die Hand, sich über Abwertungen der Drachme und eine flexible Wechselkurspolitik Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Das Land ist im festen Euro-Korsett viel zu teuer und unflexibel, um sich auf den Weltmärkten je zu behaupten.

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Exit ist billiger als Durchhaltepolitik

Kommentare zu " Weimers Woche: Sieben Gründe für die Drachme"

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  • Eine Einführung einer neuen Drachme würde an dem eigentlichen Desaster in Griechenland nicht viel ändern. Die Kernprobleme sind ein nicht funktionierender Staat, ein nicht leistungsfähiger Angebotssektor, Korruption und Vetternwirtschaft, Wirtschaftskriminalität.

    Mit der Drachme käme dann noch Schwarzmarktwirtschaft und ein illegaler Handel auf Basis von Euro hinzu.

  • Natürlich - er tut das, um in GR Angst und Schrecken zu verbreiten. Der Euro quasi als Ende des Daseins... Klappt ja auch schon ganz gut, wie man an den neuesten Umfragen sieht: die althergebrachten Parteien sind schon wieder im Aufwind.

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    die E U ist zu einem Erpressungsverein auf Gegenseitigkeit mutiert.
    Was mit der Währung abläuft ist “ Wechselreiterei “ zu Lasten Deutschlands .
    Wieso findet sich kein Staatsanwalt der diese Sache zur Anklage bringt ?
    .....wer 2+2 zusammenzählen kann weiß, daß so unterschiedlich leistungsfähige Volkswirtschaften auf Dauer nicht in einer Gemeinschaft zu halten sind.
    Mich erinnern die Parolen zur Eurorettung an die Parolen der Nationalsozialisten , die zwar auf dem Rückzug waren aber immer noch vom Endsieg und Glück im Osten träumten.

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