Weimers Woche
Unbequeme Wahrheiten zur Schuldenkrise

Europa ringt offiziell mit der „Schuldenkrise”: Doch hinter der Überschuldung stehen tiefere Probleme: Alternde Bevölkerungen, sinkende Wettbewerbsfähigkeit, große Wohlfahrtssysteme. Gut, wenn das mal jemand ausspricht.
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In der Schuldenkrise Europas gibt es mittlerweile ein politisches Schönsprech, das so viel mit der Wirklichkeit zu tun hat wie Schokoladen-Werbung mit dem Abnehmen. Die Politik spricht von „Austerität” und „Sparhaushalten”, in Wahrheit aber steigen in allen EU-Ländern die Schuldtürme kräftig weiter. Die Politik lobt „Reformfortschritte”, in Wirklichkeit sinkt die globale Wettbewerbsfähigkeit der meisten Länder bedenklich. Die Politik betont die „Unabhängigkeit der EZB”, tatsächlich aber ist die Zentralbank mit ihren eskalierenden Geldmengen längst ein politischer Mitspieler im großen Schuldenmonopoly geworden.

Nun ist die Schönfärberei für Politiker seit jeher ein beliebter Ausgleichssport. Doch es gibt Wahrheiten, die uns spätestens nach der Bundestagswahl einholen werden wie Muskelkater nach zu viel des Sports. Eine davon ist, dass Griechenland seine Schulden immer noch nicht schultern kann und bald einen zweiten Schuldenschnitt braucht. Eine zweite, dass auch Portugal um einen Schnitt nicht herum kommen wird. Die dritte: Frankreich schlittert bei der katastrophal falschen Wirtschaftspolitik der Regierung Hollande in ein gewaltiges Problem. Die vierte Wahrheit lautet: Die Wettbewerbsschwäche weiter Teile Europas ist so eklatant, dass eine richtige Erholung der meisten Volkswirtschaften auf Jahre hinaus nicht kommen wird. Eine fünfte: Die Verwandlung Europas in ein lahmes Altersheim, seine dramatische Überalterung wird tiefe Schnitte in unseren Rentensystemen erfordern.

DGB

Warum Menschen früh zu Rentnern werden

in Prozent


( mit der Maus über die Grafik fahren)



Die unbequemste Wahrheit aber traut sich kaum jemand auszusprechen: das europäische Sozialstaatsmodell ist am Ende. Umso überraschender ist ein Vorstoß von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die es mitten im Wahlkampf wagt, just diese historische Finalitätsprognose offen auszusprechen. Es war diese Woche in Bayern, da feierte die Kanzlerin mit der CSU neue Umfragen, wonach Seehofer auf eine absolute Mehrheit im Freistaat zusteuert. Hernach hielt sie in München eine Rede vor der versammelten Wirtschaftselite des Landes.

Der Saal strotze vor Kraft und Selbstbewusstsein, denn keine Region Europas sei besser durch die Krise gekommen als Bayern. Doch die aufkommende Feierlaune beendete die Kanzlerin jäh mit einer schneidend klaren Prognose: Wenn Europa heute nur noch sieben Prozent der Weltbevölkerung ausmache (Tendenz fallend), kaum noch 25 Prozent des globalen Bruttosozialprodukt erwirtschafte (Tendenz fallend), aber sich damit opulente 50 Prozent der weltweiten Sozialkosten leiste, dann könne das auf Dauer nicht gut gehen. Merkel mahnte an, man werde „sehr hart werden arbeiten müssen, um diesen Wohlstand und unseren Lebensstil zu erhalten. Wir alle müssen aufhören, jedes Jahr mehr auszugeben als wir einnehmen.“

Kurzum: Die derzeitige Sozialstaatsverfassung Europas – sieben Prozent der Weltbevölkerung leisten sich 50 Prozent der Weltsozialkosten – kann einfach nicht überleben. Merkels bemerkenswerte Erkenntnis ist nicht nur eine Absage an die Politik des französischen Präsidenten Francois Hollande, der keine Abstriche in den Sozialleistungen machen möchte und sich stattdessen lieber planschuldenwirtschaftlich durchwurschtelt. Sie kündigt zugleich einen echten Paradigmenwechsel an. Denn die europäische Idee einer staatlichen Rundumversorgung könnte bald überholt sein.

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Unbequeme Wahrheiten zur Schuldenkrise

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Schmerzliche Schnitte beim Rentenniveau

Kommentare zu " Weimers Woche: Unbequeme Wahrheiten zur Schuldenkrise"

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  • Die unbequeme Wahrheit: DIE MASSENEINWANDERUNG VON NICHT-WESTLERN- HAT DEN SOZIALSTAAT DEUTSCHLANDS MASSIV BELASTET.

    Um den Sozialstaat nicht unnötig zu belasten, hätte man frühzeitig aufhören müssen, nicht durch stetig durch stete Zuwanderung "Armutsmigranten" und Sozialstaatsmigranten weitere Lasten für den Sozialstaat zu schaffen.

    Über 34 Milliarden Euro jährlich für nicht-westliche Zuwanderer.

    Einer im Auftrag der dänischen angefertigten Studie von 2011 zufolge verursachen "nicht-westliche Migranten", jährlich Kosten in Höhe von 2,3 Milliarden Euro.

    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M57d742d1d42.0.html

    Auf die Einwohnerzahl Deutschlands hochgerechnet wären das rund 34 Milliarden Euro jährlich- wobei der größere Anteil nicht-westlicher Migranten und die höhere Arbeitslosigkeit in Deutschland nicht mitberücksichtigt und der tatsächliche Wert für Deutschland noch deutlich größer ist.


    Die Zuwanderung von Nicht-Europäern sei es als Gastarbeiter oder als Asylbewerber hat einen gewaltigen Anteil an der Belastung des Sozialsystems Deutschlands (und der anderer euuropäischen Länder beigetragen.

    Diese nicht-europäische Zuwanderung war finanziell gesehen ein einziges gigantisches Minusgeschäft, ---- und sie hält immer noch an:

    Die gegenwärtig stattfinden ARMUTSZUWANDERUNG südosteuropäischer Roma ZUSAMMEN mit der NEUE ASYLWELLE, spült jährlich zehntausende, kaum oder gar nicht qualifizierte, kulturell völlig fremde Zuwanderer nach Deutschland, die - sofern man sie nicht abschiebt, den Sozialstaat dauerhaft belasten werden.


    Die etablierten Parteien wollen nichts dagegen unternehmen.

  • Um den Sozialstaat nicht zu belasten, hätte man frühzeitig aufhören müssen, den Sotialstaat nicht durch stetig durch neue "Armutsmigranten" und Sozialstaatsmigranten zu belasten


    Über 34 Milliarden Euro jährlich für nicht-westliche Zuwanderer.

    Einer im Auftrag der dänischen angefertigten Studie von 2011 zufolge verursachen "nicht-westliche Migranten", jährlich Kosten in Höhe von 2,3 Milliarden Euro.

    http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M57d742d1d42.0.html

    Auf die Einwohnerzahl Deutschlands hochgerechnet wären das rund 34 Milliarden Euro jährlich- wobei der größere Anteil nicht-westlicher Migranten und die höhere Arbeitslosigkeit in Deutschland nicht mitberücksichtigt und der tatsächliche Wert für Deutschland noch deutlich größer ist.


    Die Zuwanderung von Nicht-Europäern sei es als Gastarbeiter oder als Asylbewerber hat einen gewaltigen Anteil an der Belastung des Sozialsystems Deutschlands (und der anderer euuropäischen Länder beigetragen.

    Diese nicht-europäische Zuwanderung war finanziell gesehen ein einziges gigantisches Minusgeschäft, ---- und sie hält immer noch an:

    Die gegenwärtig stattfinden ARMUTSZUWANDERUNG südosteuropäischer Roma ZUSAMMEN mit der NEUE ASYLWELLE, spült jährlich zehntausende, kaum oder gar nicht qualifizierte, kulturell völlig fremde Zuwanderer nach Deutschland, die - sofern man sie nicht abschiebt, den Sozialstaat dauerhaft belasten werden.


    Die etablierten Parteien wollen nichts dagegen unternehmen.










  • @Poldi 0824,

    es ist richtig, dass die Zuwanderung von Rentnern aus dem Osten, sofern deren Kinder nicht mitgekommen sind ein reines Zuschussgeschäft geblieben ist, das gilt auch, wenn nach dem Rentenanspruchserwerb, die Familie zurück gegangen ist.
    Falsch ist es, dies irgendeiner politischen Coleur anzulasten, da die Regierungen Brandt, Schmidt und Schröder die gleiche Politik betrieben haben. Besonders ungünstig die damaligen Erleichterungen von Außenminister Fischer.
    Insgesamt aber hat diese Zuwanderung von Spätaussiedlern unser demographische Problem verzögert. Da meistens sehr viele junge Leute mitgekommen sind, die immer noch hier leben. Man könnte auch überspitzt sagen, die dadurch verursachten langsamer wachsenden Renten waren der Preis für den Kauf fremder Kinder.

    H.

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