Weimers Woche
Verbietet den ganzen Spaß!

Deutschland diskutiert über das Fleischverbot der Grünen und die neue Welle von Geboten der Politik. Es wird vor lauter Vorschriften langsam unübersichtlich. Zeit für eine nachhaltige Lösung der Bevormundungsrepublik.
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Wenn Sie das hier lesen, dann sind Sie bei den Guten! Nehmen Sie die Memoiren eines Dosenpfandveteranen in die linke, die Novellierung des Gleichstellungsgesetzes in die rechte Hand und freuen Sie sich mit mir, dass unsere Republik langsam aber sicher zum grünen Gouvernantenstaat mutiert. Der Zwangsvegetariertag ist dafür eine neue Super-Idee, doch wir könnten noch schneller voran kommen, etwa indem man den Spaß am Leben gleich ganz verbietet – grundgesetzlich.

Das hätte viele Vorteile. Mit einer einzigen Grundgesetzänderung würden alle Probleme, an denen Kontrollgrüne und Klima-Nannys leiden, schlagartig behoben. Wir müssten uns nicht mehr in Trippelschritten vom Rauchverbot über die Umweltplakette und den Glühbirnenzwang bis zum Veggie-Day in die Bevormundungsrepublik vortasten, wir wären schlagartig angekommen.

Mit dem grünen Grundgesetzparagrafen gegen den Spaß am Leben würden endlich keine Urlaube und Wochenenden mehr mit unnützen und umweltschädlichen Tätigkeiten verplempert wie Herumwandern, in algige Seen springen oder ihre Nachbarn mit Grilldunst ärgern. Sie würden durcharbeiten – das Wohlstandsniveau und die Sparquote stiegen dramatisch, damit noch mehr Milliarden in Klimaschutzmaßnahmen und Genderprojekte investiert werden können.

Wir würden keine schnellen Autos mehr fahren (sondern Fahrrad wie Ströbele), wir würden nicht mehr in ferne Länder fliegen (sondern mit Trittin in Pankow bleiben), wir würden kein Ski mehr laufen (kann man sich mit Renate Künast oder Claudia Roth sowieso nicht vorstellen), nichts Leckeres mehr essen, sondern nur noch Tofu, Sojamilch und Dinkelkekse. Alkoholika gäbe es nicht mehr, Bier schmeckt zu sehr nach Mann, Wein gärt so komisch klimaaggressiv und Wodka ist schwulenfeindlich.

Kommentare zu " Weimers Woche: Verbietet den ganzen Spaß!"

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  • Man muss den Grünen schon fast dankbar sein für den Vorschlag des "Veggy Days", denn nichts offenbart den Irrsinn grüner Ideologie deutlicher als dieser Vorschlag.
    denn hinter der grundsätzlichen Sinnhaftigkeit ökologischer Gleichgewichte wird der Nonsens und die Überflüssigkeit, ja Schädlichkeit grüner Politik meistens übersehen.
    Grün ist eine Reaktion auf Bildung , weil die vorher Ungebildeten gar nicht wussten, welche Probleme und Schweinereien zum normalen Leben und der Gesellschaft gehören. Es fehlt aber der nächste Bildungsschritt, der nicht schulisch vermittelt werden kann, dass das gesellschaftlich unvermeidlich ist und der Versuch das alles zu unterbinden oder zu kontrollieren auch schon 1933 ein wichtiges Motiv war.
    Theoretisch wäre das alles "leicht" unter Kontrolle zu bringen, wenn die Menschen statt vernunftbegabt vernünftig wären. Sind sie aber nicht. Das aber einzugestehen käme einem weltanschaulichen Selbstmord gleich, weshalb wir wohl noch mehr Vorschläge wie den "Veggy Day" erwarten dürfen, wenn zukünftig wohl auch weniger exponiert. Denn schließlich will man seinen Glauben nicht aufgeben, außer er würde von einer Kirche diktitiert, die man nicht selbst kontrolliert.

    H.

  • Danke für diesen amüsanten Kommentar, Herr Weimer! Ich denke, Sie haben die Zeichen der Zeit erkannt. Ich würde sogar noch weitergehen und festellen, dass Einige, nicht nur keinen Flirt abbekommen, sondern auch keinen Geschlechtsverkehr praktizieren, was im omnipräsenten Erziehungsstaat nun aber auch nicht sein kann..

  • @hanspella:

    Die ist ja auch nicht zum Spaß haben da, sondern daß wir -via Einkommenssteuer- unsere Politiker durchfüttern.

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