
Die Bundesbank besitzt 3396 Tonnen Gold im Wert von rund 150 Milliarden Euro. Das ist nach den USA immerhin der zweitgrößte Goldschatz der Welt. Da ein Großteil des deutschen Goldes bei den Zentralbanken der USA, Großbritanniens und Frankreichs einlagert, ist eine bizarre Diskussion darüber ausgebrochen, ob das denn auch sicher genug sei. Diese Sorge ist ungefähr so interessant wie die Frage, ob der Sandmann seinen Sand wohl aus Deutschland hat. Dabei harrt eine viel wichtigere Frage der Beantwortung: Was machen wir eigentlich mit dem Gold?
Denn seit dem Ende des Goldwährungsstandards von Bretton Woods machen Goldreserven währungspolitisch überhaupt keinen Sinn mehr. Sie helfen weder in guten Tagen eines Booms noch – wie derzeit – in Krisenzeiten einer Schuldenkrise. Sie sind nichts als das tote Kapital der Nation. Einst hart erarbeitet – und nun nutzlos in New Yorker Kellern herumliegend.
Der gewaltige Goldschatz wirft nicht einen einzigen Cent Zinsen ab. Das heißt: Wir verzichten Jahr für Jahr freiwillig auf Milliarden Sondererlöse, die wir bekämen, wenn die Reserve bloß vernünftig angelegt würde.
Es wird also höchste Zeit, den Goldschatz nicht nur mit dem Misstrauen eines nationalen Spießers zu prüfen – man sollte ihn jetzt verkaufen und in verzinsliche Anleihen tauschen.
Nie war der Zeitpunkt dafür so günstig: Denn der Goldpreis ist in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen. Er hat sich in den vergangenen zehn Jahren sogar verfünffacht, und seit einiger Zeit wird Goldpreis von reiner Angst bestimmt, er steigt in irrationale Höhen.
Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.
Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.
Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.
In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.
Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.
29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.
Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.
Quelle: World Gold Council
Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.
Darum warnt der weltgrößte Fondsanbieter Pimco auch vor einem Zusammenbruch der Angst-Hausse: „Wenn es eine Blase gibt, dann beim Gold”, meint der Pimco-Deutschlandchef Andrew Bosomworth. Sobald in Europa die Sorge vor einem Euro-Crash schwinde, könne der Goldpreis dramatisch einbrechen. Wer also – wie Notenbanken – die langfristige Linie im Auge hat, der sollte lieber jetzt Gold verkaufen. Denn noch nie hätten wir so viel für unsere Reserven bekommen wie derzeit.
Nach dem hohen Verkaufserlös würde Deutschland ein erheblicher Zinsgewinn winken. Da Deutschland und die EZB sich ohnedies entschieden haben, den Euro mit allen Mitteln zu verteidigen und wir unseren Euro-Partnern finanziell helfen müssen, so sollte man das wenigstens mit einem Geschäft zu wechselseitigem Nutzen verbinden.
So könnten wir die Golderlöse in italienische, spanische und portugiesische Staatsanleihen investieren. Die rentieren im Zehnjahresbereich zwischen 4,8 und 8 Prozent. Bei einer geschickten Durchschnittsverzinsung könnte man also mit 10 Milliarden Euro im Jahr an Zinseinnahmen rechnen. Wir würden uns gewissermaßen das Geld für die Euro-Rettung, das wir vorne für Rettungsmaßnahmen ausgeben müssen hinten am Anleihemarkt wieder hereinholen.
Man könnte mit dem Erlösen aus dem Goldverkauf zwar auch auf einen Schlag alle deutschen Städte und Kommunen komplett entschulden (immer noch besser als sie nutz- und zinslos herum liegen zu lassen). Aber die Gold-Anleihe-Tauschoption ist attraktiver.
Auch aus psycho-politischer Sicht. Denn der Vorgang würde auf den Märkten als starkes Vertrauenssignal in den Euro gewertet und die Krise beenden helfen. Zugleich würde das in Südeuropa als ein Akt der Solidarität empfunden.
Kurzum: Anstatt über den Lagerort für deutsches Gold zu zanken, sollten wir endlich etwas aus dem Erbschatz machen. Über die Verwendung der 10 Milliarden Sondererlöse pro Jahr können die Politiker ja dann wieder streiten.

Da hat sich wieder einmal einer an einem seriösen Thema versucht, mit dem Ergebnis, daß das HABLA den Schaden hat.
Wenn sich Herr Weimer anstelle dieses Beitrags bemühen würde, seiner bunten Postille mehr Nachrichten von den Royals zu liefern, wäre uns allen gedient worden.

Leute, kommt doch mal von den Palmen wieder runter! Der Artikel kann doch nur als Satire gemeint sein.

Auf die Billionen-Scheine aus der Zeit des Deutschen Reichs wäre ich schon scharf, denn die Kosten je nach Qualität einige Hunderter an harten Euros. Also her damit! Das gibt für mich eine bessere Rendite als die 20-€-Goldmünzen. Nachdem sie für Sie ja nur Müll sind, kauf ich Ihnen die Billionen-Scheine gerne für ein Taschengeld ab.
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