Weimers Woche

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Weimers Woche: Vorwärts zu neuen Rücktritten!

Der Rücktritt kommt in Mode. Nach Papst Benedikt XVI. und Bildungsministerin Annette Schavan stellt sich die Frage: Wer wagt die Demission als nächstes? Hier kommen zwei Vorschläge zur Güte.

BerlinSelten war ein Rücktritt so spektakulär und so selbstverständlich zugleich. Papst Benedikt XVI. macht der Welt vor, was vielen so schwer fällt: souverän aufhören. Seine Demission ist nicht nur „ehrenwert” und „würdevoll”, wie jetzt alle sagen. Sie ist eine Demonstration der Finalität in einer Welt, die kein Halten mehr kennt und in der das Weitermachen aus egoistischen Motiven zusehends Selbstzweck wird. Der Papst-Rücktritt ist darum nicht nur für die Kirche ein überraschend gutes Signal der Selbstbescheidung.

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In der Wirtschaft zum Beispiel täte es manch selbsternanntem Papst des Kapitals ganz gut, endlich benediktinisch zurückzutreten. Gerhard Cromme zum Beispiel. Er ist so etwas wie der letzte Lordsiegelbewahrer der Deutschland AG, supervernetzter Aufsichtsrat in mehreren Schlüsselkonzernen, Zentralfigur bei Thyssen Krupp und Siemens, ehemals Vorsitzender der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex.

Merkels Bilanz Die Regierung der Rücktritte

  • Merkels Bilanz: Die Regierung der Rücktritte
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  • Merkels Bilanz: Die Regierung der Rücktritte

Sein managerieller wie moralischer Stern sinkt seit einiger Zeit freilich bedenklich. Bei Siemens sind seine Schatten mittlerweile ebenso lang wie dunkel, bei Thyssen Krupp gerät ein ganzer Konzern auf die schiefe Bahn: Milliardenverluste, Kartellvorwürfe, Skandale, ein Vorstand mit Personalrochaden wie beim Dschungelcamp. Halb Deutschland weiß: Der Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden ist überfällig – doch ausgerechnet der Herold der moralischen Konzernkontrolle kennt offenbar nur das Ethos des Egos.

Auch in der Politik gibt es Machtmenschen, die sich papstähnlich unfehlbar wähnen und darum nie auch nur einen Millimeter zurücktreten. Gregor Gysi ist so einer. Seine Liaison zur Stasi ist so sinister, dass sich jeder andere um stille Wiedergutmachung gekümmert und sich vor Scham aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hätte. Gysi aber verkündet seine ungebrochen sozialistische Weltsicht besonders laut und verfolgt seit Jahren alle mit juristischen Attacken, die seine Stasibande genauer thematisieren. Nun geht ihm die Justiz selber an den Kragen, seine Immunität ist aufgehoben, die Aktenlage zur eidesstattlichen Falschaussage wirkt bedrückend. Gegen einen Fraktionschef im Bundestag hat es derart gravierende Vorwürfe noch nie gegeben – doch an Rücktritt denkt der Fraktionschef kein bisschen.

Kandidaten Wer kann Papst?

  • Kandidaten: Wer kann Papst?
  • Kandidaten: Wer kann Papst?
  • Kandidaten: Wer kann Papst?
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Dabei hatte er selbst vor einem Jahr den Rücktritt von Christian Wulff gefordert, als die Staatsanwaltschaft beantragte, dessen Immunität aufzuheben. Damals erklärte der Fraktionschef der Linken, in so einem Falle sei der Rücktritt zwingend. Doch was macht die Linke nun in seinem Fall? Sie kürt ihn demonstrativ zum Spitzenkandidaten und die Parteichefin erklärt das Verfahren gegen Gysi allen Ernstes als Angriff auf die Würde aller Ostdeutschen – als seien die alle Freunde der Stasi und ihrer Spitzel gewesen.

Weiter weg von der Würde des päpstlichen Rücktritts kann man kaum geraten.

  • 18.02.2013, 14:01 Uhrmargrit117888

    Herr Weimer,
    hattenh Sie ein paar Gläser Rotwein zu viel intus, als Sie diesen Artikel schrieben?
    Er ist doch nichts weiter als ein einseitiges Geschimpfe auf Gysie.
    Kümmern Sie sich doch mal um Merkel, Gauck und andere Akten, Sie sind doch Journalist.
    Gysie ist so ein winzig kleiner Fisch, aber man haut natürlich auf ihn drauf, weil er die drei sozialistischen Blockparteien stört.
    Also machen Sie mal guten Journalismus.
    Ich warte, was Sie uns demnächst über die Stasi-Verpflechtungen so einiger alter Kader die heute im Bundestag sitzen, sagen werden.
    Also ran an die Arbeit, gehen Sie mal ordentlich recherchieren

  • 15.02.2013, 16:43 UhrDeutschermichel

    Ich bin entsetzt, was Herr Weimer hier von sich gibt. So einen oberflächlichen ... habe ich noch nicht gelesen.
    Ich würde dem Chefredakteur des HB empfehlen, Herrn Weimer zum Rücktritt aufzufordern. Oder muss dessen Anschlussarbeit auch einmal wegen Plaquiatsvorwürfen kontrolliert werden.

  • 15.02.2013, 15:53 UhrNeu-Perlacher

    Eigentlich hat Gutenberg der Sache einen Dienst erwiesen. Ab jetzt sollten nicht nur Politiker unter die Lupe genommen werden, sondern auch die Schnösel und Blender, die sich mit ihre dünnen meist fachfremden Dr.-Titeln in den großen Unternehmen festgesetzt haben. Meist über den Umweg über Unternehmensberatungsfirmen haben diese sich in die DAX-Konzern zur End- oder Zwischenlagerung infiltriert und ziehen wie bei einer Sekte ihre Consultant-Kollegen nach.

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