Weimers Woche

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Weimers Woche: Vorwärts zu neuen Rücktritten!

Der Rücktritt kommt in Mode. Nach Papst Benedikt XVI. und Bildungsministerin Annette Schavan stellt sich die Frage: Wer wagt die Demission als nächstes? Hier kommen zwei Vorschläge zur Güte.

Wolfram Weimer: Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.
Wolfram Weimer: Der Journalist war Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“, des Politikmagazins „Cicero“ und des „Focus“. Er bezeichnet sich selbst als wertkonservativ.

BerlinSelten war ein Rücktritt so spektakulär und so selbstverständlich zugleich. Papst Benedikt XVI. macht der Welt vor, was vielen so schwer fällt: souverän aufhören. Seine Demission ist nicht nur „ehrenwert” und „würdevoll”, wie jetzt alle sagen. Sie ist eine Demonstration der Finalität in einer Welt, die kein Halten mehr kennt und in der das Weitermachen aus egoistischen Motiven zusehends Selbstzweck wird. Der Papst-Rücktritt ist darum nicht nur für die Kirche ein überraschend gutes Signal der Selbstbescheidung.

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In der Wirtschaft zum Beispiel täte es manch selbsternanntem Papst des Kapitals ganz gut, endlich benediktinisch zurückzutreten. Gerhard Cromme zum Beispiel. Er ist so etwas wie der letzte Lordsiegelbewahrer der Deutschland AG, supervernetzter Aufsichtsrat in mehreren Schlüsselkonzernen, Zentralfigur bei Thyssen Krupp und Siemens, ehemals Vorsitzender der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex.

Merkels Bilanz Die Regierung der Rücktritte

  • Merkels Bilanz: Die Regierung der Rücktritte
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  • Merkels Bilanz: Die Regierung der Rücktritte
  • Merkels Bilanz: Die Regierung der Rücktritte

Sein managerieller wie moralischer Stern sinkt seit einiger Zeit freilich bedenklich. Bei Siemens sind seine Schatten mittlerweile ebenso lang wie dunkel, bei Thyssen Krupp gerät ein ganzer Konzern auf die schiefe Bahn: Milliardenverluste, Kartellvorwürfe, Skandale, ein Vorstand mit Personalrochaden wie beim Dschungelcamp. Halb Deutschland weiß: Der Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden ist überfällig – doch ausgerechnet der Herold der moralischen Konzernkontrolle kennt offenbar nur das Ethos des Egos.

Auch in der Politik gibt es Machtmenschen, die sich papstähnlich unfehlbar wähnen und darum nie auch nur einen Millimeter zurücktreten. Gregor Gysi ist so einer. Seine Liaison zur Stasi ist so sinister, dass sich jeder andere um stille Wiedergutmachung gekümmert und sich vor Scham aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hätte. Gysi aber verkündet seine ungebrochen sozialistische Weltsicht besonders laut und verfolgt seit Jahren alle mit juristischen Attacken, die seine Stasibande genauer thematisieren. Nun geht ihm die Justiz selber an den Kragen, seine Immunität ist aufgehoben, die Aktenlage zur eidesstattlichen Falschaussage wirkt bedrückend. Gegen einen Fraktionschef im Bundestag hat es derart gravierende Vorwürfe noch nie gegeben – doch an Rücktritt denkt der Fraktionschef kein bisschen.

Kandidaten Wer kann Papst?

  • Kandidaten: Wer kann Papst?
  • Kandidaten: Wer kann Papst?
  • Kandidaten: Wer kann Papst?
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Dabei hatte er selbst vor einem Jahr den Rücktritt von Christian Wulff gefordert, als die Staatsanwaltschaft beantragte, dessen Immunität aufzuheben. Damals erklärte der Fraktionschef der Linken, in so einem Falle sei der Rücktritt zwingend. Doch was macht die Linke nun in seinem Fall? Sie kürt ihn demonstrativ zum Spitzenkandidaten und die Parteichefin erklärt das Verfahren gegen Gysi allen Ernstes als Angriff auf die Würde aller Ostdeutschen – als seien die alle Freunde der Stasi und ihrer Spitzel gewesen.

Weiter weg von der Würde des päpstlichen Rücktritts kann man kaum geraten.

  • 15.02.2013, 12:41 Uhr

    Herr Weimer,

    mit Herrn Gysi haben Sie vollkommen recht. Gegen unser Kanzlerin (IM Erika) ist er jedoch ein ganz, ganz kleiner harmloser Fisch. Wie wäre es, wenn DIE endlich abträte und damit weiteren Schaden von unserem Land fernhielte?

  • 15.02.2013, 12:45 Uhr

    Herr Weimer,

    nichts gegen den Artikel. Aber Frau Schavan und den Papist einem Satz zu nennen, ist selbst für mich Protestant eine verbale Klatsche. Frau Schavan ist nichts anderes, wie der Wulff oder Guttenberg. Sie haben ihr Amt beschmutzt.

  • 15.02.2013, 13:04 Uhr

    Ein wirklich schlechter Artikel, der nur auf Gehässigkeit und Geilheit aufs Abwatschen aus ist. Schade, das (überaus sinnvolle) Thema hätte man einem besseren Journalisten überlassen sollen.

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