Wendung nach LUV
Kapazitätsbegrenzungen bei US-Airlines

Nach Continental und Delta meldet nun auch Southwest Kürzungen bei der Kapazitätsplanung. Vor dem Hintergrund des nachlassenden Wirtschaftswachstums wollen die Fluggesellschaften ihre schon jetzt bedrückend niedrigen Gewinnspannen nicht ganz dahinschmelzen lassen.

Die Entscheidung der nach Marktkapitalisierung größten amerikanischen Fluggesellschaft, Southwest, die Sitzplatzkapazität in ihren Flugzeugen weniger stark aufzustocken, ist ein gutes Zeichen. Die in Texas beheimatete Fluglinie folgt damit dem Beispiel von Continental und Delta, die ihr Kapazitätswachstum aus Angst vor der rückläufigen Konjunktur ebenfalls zusammengestrichen haben. Solche Kooperationsbereitschaft signalisieren die Konkurrenten selten. Ziehen andere Fluggesellschaften nach, könnte verhindert werden, dass die ohnehin schon trüben Gewinnspannen ganz verschwinden.

In der Konzernzentrale in Dallas konnten die Verantwortlichen sich lange Jahre über ihre privilegierte Position freuen. Southwest war die einzige Airline, die das nötige Kleingeld hatte, sich am Terminmarkt bis weit in die Zukunft gegen einen Anstieg der Flugbenzinpreise abzusichern. Günstige Benzinpreise waren damit festgeschrieben und bescherten der Fluggesellschaft Einsparungen von mehreren Millionen Dollar als die Spritkosten mit dem Anstieg der Rohölpreise anzogen. So konnte Southwest die Konkurrenz in vielen Märkten unterbieten.

Inzwischen sind die Terminkontrakte ausgelaufen und das Unternehmen muss wieder genau wie alle anderen Airlines rechnen. Immer noch sind die operativen Kosten bei Southwest die geringsten in der Branche, aber die Kostensteigerungen bei Flugbenzin sind enorm. Damit blieb der Airline nichts anderes übrig als die Flugpreise anzuheben und jetzt den Ausbau der Sitzplatzkapazität zu beschränken.

Die Halbierung des Kapazitätswachstums von acht Prozent auf vier Prozent im nächsten Jahr könnte helfen die Katastrophe zu vermeiden, wenn der Konjunktureinbruch tatsächlich kommt und die Buchungen von Geschäftsreisen sinken. Mit geringerer Sitzplatzkapazität kann es den Fluggesellschaften gelingen, die Preise soweit aufrechtzuerhalten, dass ein bescheidener Gewinn übrig bleibt – für Airlines alles andere als selbstverständlich.

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