Der Werber-Rat

_

Der Werber-Rat: Die Helden von heute zeigen Schwächen

Der Einsatz von prominenten Markengesichtern ist beliebt, aber oft auch beliebig. Weight Watchers zeigt mit Ex-Torhüter Oliver Kahn, wie man mit der richtigen Wahl sogar neue Märkte kreieren kann.

Weg mit den überflüssigen Pfunden: Oliver Kahn wirbt für Weight-Watchers-Produkte. Quelle: dpa
Weg mit den überflüssigen Pfunden: Oliver Kahn wirbt für Weight-Watchers-Produkte. Quelle: dpa

Kaum sind Weihnachtsgans und Plätzchen verdaut, werden wir vom amerikanischen Diätunternehmen Weight Watchers daran erinnert, dass es vielleicht zu viel des Guten gewesen sein könnte. Unter dem Motto „Ich liebe das Leben" wurde bereits im vergangenen Jahr eine Prominenten-Kampagne im großen Stil – unter anderem mit „Vollweib" Christine Neubauer – gestartet. Nun aber gelang dem Unternehmen ein echter Coup: Oliver Kahn ist neben der früheren Eislaufweltmeisterin Katharina Witt neuer Markenbotschafter im Kampf gegen Pfunde.

Anzeige

Zwar hat man den „Titan" des deutschen Fußballs schon oft in Werbeblocks gesehen, doch seine Engagements für Marken wie Wellaflex und Mobilat mehrten weder seinen noch den Ruhm der Unternehmen. Die Markenverbindung war denn auch eher fraglich, die Umsetzung holprig bis unbeholfen. Umso erstaunlicher, dass nun ein Sportler ausgerechnet für ein typisches Frauenthema gewählt wurde. Und noch erstaunlicher: Es funktioniert.

Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin.
Uli Mayer-Johanssen ist Gründerin und Chefin der Markenagentur Meta-Design in Berlin.

Dass Kahn in seinen Nach-Profi-Jahren ein wenig zugelegt hatte, konnten wir alle verfolgen. Daher gelang Weight Watchers mit der Wahl eines Helden mit kleinem Makel ein schöner, weil glaubwürdiger Bogen zu ihrer Marke.

Nicht nur in der Antike prägten Helden das Bild der Welt. Aber selbst sie zeigten Schwächen, denn wie heißt es so schön: Die Menschen schaffen Götter und Helden, die ihnen ähnlich sind. Mit Kahn steht zum ersten Mal ein echter Kerl für ein weiblich geprägtes Produkt und öffnet es für eine neue Zielgruppe. In der Kampagne darf er der kernige, selbstbewusste Mann sein, der Kalorien mit Hilfe einer App zählt, sich selbst treu bleibt und dabei auch noch sympathisch wirkt.

Der Werber-Rat

Die Suche des starken Geschlechts nach einer neuen Rolle liegt im Trend. Der moderne Mann soll einerseits männlich und stark sein, andererseits aber auch sensibel und wandlungsfähig, wie jüngst der „Spiegel" in einer Titelstory zu berichten wusste. Die Herausforderung besteht darin, Stärken zu stärken und für Schwächen Lösungen zu entwickeln. Dies gilt für Menschen und Marken in gleichem Maße und zeigt, dass es eben immer wichtig ist, zu wissen, wofür wir stehen und was unsere Stärken sind.

  • Kommentare
Leitartikel: Mehr Mut, meine Herren!

Mehr Mut, meine Herren!

Das Scheitern der Vorstandsfrauen zeigt: Die Quote schadet mehr, als sie nutzt, findet Sven Prange. Eines ist aber auch klar: Innovation ist besser als Seilschaft und Vielfalt ist immer stärker als Monotonie.

Kommentar: Nie wieder Banken retten!?

Nie wieder Banken retten!?

Mit Steuermilliarden mussten Pleitebanken wie Northern Rock gerettet werden. Die heute gegründete Bankenunion soll das ein für alle Mal beenden. Uns Steuerzahlern werden Pleitebanken dennoch weiter auf der Tasche liegen.

  • Kolumnen
Fußball live ist großartig, aber...: Ein Plädoyer für die journalistische Kombi-Packung

Ein Plädoyer für die journalistische Kombi-Packung

„Heute kommt Fußball im Fernsehen“: Vor einigen Jahren wurde dieser Satz noch voller Ehrfurcht ausgesprochen, mittlerweile gehört er zum Alltag – gerade im WM-Jahr. Für Sportjournalisten wird das zur Herausforderung.

What's right?: 3,45 Millionen Euro für innovatives Tanzen

3,45 Millionen Euro für innovatives Tanzen

Die deutsche Politik lobt sich als „sparsam„ und „solide„. Man werde ab 2015 „keine neuen Schulden mehr machen. In Wahrheit sind die Etats gewaltig. Ein Blick in die Haushalte offenbart haarsträubende Verschwendungen.

Was vom Tage bleibt: Ein Fass ohne Boden?

Ein Fass ohne Boden?

Die Ukraine wird gewaltige Milliardenbeträge brauchen, der Taxi-Service Uber darf nicht nach Berlin. Seat bekommt neue Modelle, Liechtenstein gibt sich reumütig und der Immobilienmarkt läuft heiß. Der Tagesrückblick.

  • Gastbeiträge
Gastbeitrag zum Klimawandel: „Mein Licht brennt, bis es wieder hell wird“

„Mein Licht brennt, bis es wieder hell wird“

Weniger Fleisch essen, Glühbirnenverbot, weniger in den Urlaub fliegen und jetzt auch noch die Kaffeemaschine abschalten. Wer schützt uns eigentlich vor den Hohepriestern der Klimareligion, fragt FDP-Politiker Schäffler.

Gastbeitrag zur Bankenunion: „Feuer frei für alle Raubritter“

„Feuer frei für alle Raubritter“

Auf unseren Beitrag „Nie wieder Banken retten?!“ haben sich zahlreiche Leser gemeldet. Stellvertretend für viele andere schreibt der Vorstand einer Genossenschaftsbank, warum die Bankenunion die Falschen belastet.

Gastbeitrag Klaus Schuster: „Frauen bringen die Sache voran, Männer ihre Karriere“

„Frauen bringen die Sache voran, Männer ihre Karriere“

Klaus Schuster berät, coacht und trainiert Topmanager und junge Talente aller Branchen und Bereiche. In einem Gastbeitrag schreibt er über schlechtes Management und den kleinen Unterschied zwischen den Geschlechtern.

  • Presseschau
Presseschau: KfW schrumpft für die Konkurrenz

KfW schrumpft für die Konkurrenz

Der Gewinn der Bank KfW ist im vergangenen Jahr eingebrochen. Hinter der vermeintlich schlechten Nachricht verbergen sich aber positive Signale. Die KfW schrumpft für die Konkurrenz. Die Wirtschaftspresse begrüßt das.