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Der Werber-Rat
Wie die Manager ihr Image wechseln

Der moderne Mann setzt sich bewusst vom Typus des aalglatten Managers ab – indem er mit Bart, Brille und Hut sein Gesicht einrahmt. Ein Signal für den Wertewandel in der Gesellschaft. Doch was sind diese neuen Werte?
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In den letzten Monaten war es nicht mehr zu übersehen: Immer mehr Männer tragen wieder Bart. Vollbart. Das gilt sowohl für die männlichen Models als auch für die Männer im realen Leben. Vor allem für die jungen. Zunehmend beliebt auch die passende Mütze. Neben der klassischen Baseballmütze finden sich auch Wollmützen bei sommerlichen Temperaturen - und Schirmmützen, die wir bis vor einigen Jahren nur bei Herren siebzig plus zu Gesicht bekommen haben.

Hat sich nun der modische Geschmack der Männer so drastisch verändert? Finden Frauen auf einmal Vollbärte schön? Jenseits aller modischen und geschmäcklerischen Fragen sagt das sich wandelnde Erscheinungsbild der Männer eher etwas über unsere Kultur aus. Denn die neuen Bärte verweisen auf einen Wertewandel. Die Bärte rahmen ebenso wie die Mützen und Hüte das Gesicht ein.

Noch vor zehn Jahren drückte ein Bart eher aus, sich hinter etwas verstecken zu wollen. Ein offenes und ehrliches Gesicht war glatt rasiert. Nun haben die aalglatten Manager an Akzeptanz verloren, spätestens seit der Finanz- und Euro-Krise. Der typische Karrieremann der Finanz- und Bankenwelt hatte aber auch ein typisches Aussehen. Und mit diesem Aussehen sind mittlerweile unbewusst auch bestimmte Werte verbunden: Egoismus, Habgier, Rücksichtslosigkeit. Um hier deutlich allen Missverständnissen vorzubeugen: Das soll nicht heißen, dass Männer mit bestimmtem, nach wie vor typischem Businessaussehen solche Werte vertreten! Aber der äußerliche Wandel in der Männermode verweist auf den Wunsch, neue Werte auch nach außen sichtbar zu machen. Diese Äußerlichkeiten haben also einen tieferen Sinn.

Was sind diese neuen Werte? Sehnsucht nach Sicherheit, Gemeinschaft und Verlässlichkeit stehen bei den Menschen in finanziell unruhigen Zeiten weit oben. Sich „wohlbehütet“ zu fühlen eben. Das findet Ausdruck in der häufiger werdenden Kopfbedeckung und der Einrahmung des Gesichts durch Bart und Brille. Diese Rundumabsicherung der Männer gefällt dann auch vielen Frauen. Auch sie sehnen sich nach Verlässlichkeit und möchten das auch manchmal offen zu Gesicht getragen sehen. So wird der Geschmack der Kultur letztlich von den gesellschaftlichen Werten beeinflusst.

Die Autorin:

Ines Imdahl ist Psychologin und Inhaberin der Marktforschungsagentur Rheingold Salon. Sie ist einer von fünf Kolumnisten, die im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

Kommentare zu "Wie die Manager ihr Image wechseln "

Alle Kommentare
  • sie ist wie immer nett anzuschaun,die hohle fleischgewordene fähigkeit,das nix aufzublasen.

    nix4.0

    da brauchds mediale umhausung um aus dem umflorten fluareszierendes zu destilieren fürs öhwüglüche...

  • Pardon, aber wieso lässt sich aus dem Trend zum Bartwuchs ein Sicherheitsbedürfnis ablesen? Ist der gut rasierte Mann nicht eher in der Lage, sich den Gefahren entgegen zu stellen? Was haben Brille und Gemeinschaftsbedürfnis gemeinsam? Gemeinsam korrigierte Weltsicht?

    Offensichtlich ist der Trend zum Bart - aber man könnte genauso Müdigkeit und Sehnsucht zur Entschleunigung unterstellen. Ich finde Frau Imdahl hat dies weder untermauert noch genau beobachtet. Nicht feuilletonwürdig geschweige denn dem Handelsblatte würdig.

  • Manager wechseln das Image anderer
    Als Manager selbst bleibt man besser beraten zu managen statt ein verhärmtes Image verkörpern zu wollen.

    Die meisten Manager sind hoffnungslos eitel: sie müssen es selbst und selbst ausgedacht besser wissen müssen.

    Managementkulturen: meist wenig mehr als Schütze Arsch.

  • Es gibt keine neuen Werte on Top.
    Nichteinmal alte mehr.
    Es gibt Darwin für Erstklässler.
    Und gut.

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