Werkzeughändler Black & Decker
An die Werkzeuge!

Für Leute, die Spitzhacken und Schaufeln verkaufen, ist ein Goldrausch die Lizenz zum Gelddrucken. Während eines spekulativ aufgeblasenen Immobilienbooms sind es die Hersteller von Akku-Schraubern und Elektro-Sägen, die ein Vermögen machen. Jetzt entweicht die Luft aus dieser Blase, und Black & Decker bekommt die schlechte Lage zu spüren.

Bei dem 5,6 Mrd. Dollar schweren Werkzeughändler stieg dieses Vermögen im Gleichklang mit den US-Immobilienpreisen. Aber bei ihrer derzeitigen Bewertung sehen die Aktien des Unternehmens wieder interessant aus.

Im Juli hatten die Titel aufgrund von Übernahme-Spekulationen einen Höchststand von 97 Dollar erreicht. Seitdem sind sie um 14 Prozent gefallen. Zwar hat die Kreditkrise Hoffnungen auf einen schnellen Übernahmegewinn zunichte gemacht, aber die Bewertung von Black & Decker sieht immer noch verlockend aus. Bei einem jüngst verzeichneten Kurs von 83 Dollar wird die Aktie gerade einmal mit dem Zwölffachen der für 2008 erwarteten Ergebnisse gehandelt, berichtet Fact Set.

Natürlich könnte der Immobilienschlamassel noch schlimmer werden. Aber der Gewinn je Aktie des Werkzeughändlers müsste 2008 schon auf rund 5,50 Dollar einbrechen, um ein Kurs-/Gewinn-Vielfaches zu erreichen, das selbst dann noch dem Durchschnitt des US-Markts entsprechen würde. Die Gewinnentwicklung müsste damit schon um rund zehn Prozent hinter der pessimistischsten Analystenprognose, die von Fact Set erfasst wurde, zurückbleiben. Im Mittel werden für das kommende Jahr 6,80 Dollar je Aktie erwartet.

Und es gibt Grund zum Optimismus. Zunächst einmal hat Black & Decker international großen Erfolg. Das Auslandsgeschäft ist für den Umsatz inzwischen wichtiger geworden als der US-Immobilienmarkt. Mehr als ein Drittel des Umsatzes wird im Ausland erzielt. Auf dem Markt für neue Eigenheime in den USA sind es dagegen etwa 15 bis 20 Prozent, schätzt die Research-Abteilung der Deutschen Bank. Und das Unternehmen kann noch Kosten senken, indem es die Produktion auf billigere Standorte im Ausland verlagert.

Einen Puffer bietet zudem die Dividende. Während Black & Decker eine Rendite von nur zwei Prozent aufzuweisen hat, ist die Dividende, die seit 1936 konsequent ausgezahlt wird, in den vergangenen fünf Jahren um 25 Prozent auf Jahresbasis gestiegen.

Das Ende der Talfahrt auf dem Immobilienmarkt vorherzusagen, ist riskant. Und es ist sicher auch nicht der ideale Zeitpunkt für das Geschäft mit Elektro-Werkzeugen. Aber es bestehen gute Chancen, dass Black & Decker besser abschneidet, als die Investoren sich das vorstellen können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%