WestLB: Im Westen nur Schlechtes

WestLB
Im Westen nur Schlechtes

Die Eigentümer der WestLB haben dem Institut zwei Milliarden Euro zur Sanierung versprochen. Aber die Rating-Agentur Moody’s hat einige Kredite des Instituts empfindlich zurückgestuft. Das sind schlechte Nachrichten für die öffentlich-rechtlichen Aktionäre, die die WestLB für den Verkauf herausputzen wollten.

Als ob nicht schon die Briten gerade gezeigt hätten, wie man staatliche Unterstützungsaktionen für Banken in Verruf bringt, scheinen jetzt auch noch die Deutschen ihren Teil beitragen zu wollen. Am Montag hatten die schon seit langem geschundenen öffentlich-rechtlichen Eigentümer der WestLB eine Kapitalspritze über weitere zwei Mrd. Euro für die Bank genehmigt, um Verluste im Aktienhandel und bei US-Hypothekendarlehen zweitklassiger Bonität abzudecken. Ihre Investition hat einen schlechten Start erwischt. Moody’s hat nämlich trotz der Liquiditätsspritze die Bewertung der Kredite der WestLB mit der höchsten Rendite um bis zu fünf Stufen zurückgenommen.

Diese Rückstufung hat ein wenig den Beigeschmack, als wolle die Rating-Agentur neuerdings den Macho mimen. Die Agenturen scheinen jetzt eher bereit zu sein, ein Glas als halbleer zu betrachten, seitdem die Kreditkrise ihre Einschätzungen vieler Subprime-Instrumente durchlöchert hat. Das Bankenteam von Fitch Ratings hat im letzten Quartal 2007 fünf Mal so viele schlechte Noten verteilt wie im Jahr zuvor.

Moody’s erscheint hart, wenn sie das Risiko, die Aktionäre könnten der Bank überdrüssig sein, als Grund für die Herabstufung der Bonitätsbewertung der WestLB anführt. Die Agentur befürchtet, die Hauptaktionäre des Instituts – das Land Nordrhein-Westfalen und zwei Sparkassenverbände – würden keine frischen Mittel mehr fließen lassen. Sicher, diese Investoren brennen darauf, die Bank los zu werden. Mit einer Reihe von inländischen Branchenkollegen wurden Fusionsgespräche geführt. Aber sie haben die WestLB sorgfältig in Gang gehalten, solange sie noch in ihren Händen ist. In den Jahren 2004 und 2005 haben sie der Bank insgesamt 2,5 Mrd. Euro zugeführt und im vergangenen Monat versprochen, dass sie „jederzeit angemessen mit Kapital ausgestattet“ bleibt.

Gerechtfertigt oder nicht, jetzt sieht es jedenfalls so aus, als ob die Bonitätsherabstufung den Hoffnungen der Aktionäre einen Schlag versetzt, die Bank für mehr als einen Schleuderpreis losschlagen zu können – selbst nach der Rekapitalisierung. Es ist für jede Bank, die zum Verkauf steht, schlecht, wenn sie noch ungelöste Probleme in der Bilanz hat. Es ist besonders hart, wenn die WestLB-Aktionäre ihre Liste der möglichen Fusionspartner auf einen einzigen – die Frankfurter Helaba – eingegrenzt haben, nachdem die Gespräche mit der LBBW und der BayernLB fehlgeschlagen waren. Obwohl sie, gemessen an den Vermögenswerten, nur 60 Prozent der Größe der WestLB erreicht, scheint die Helaba alle Trümpfe bei den Verhandlungen in der Hand zu halten.

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