Whole Foods
Drohende Magersucht

Ist Whole Foods das nächste Starbucks? Während seiner glorreichen Tage hätten die Anhänger des Händlers für Lebensmittel gehobener Qualität sicher sofort zugestimmt. Damals war ein solcher Vergleich noch für beide Unternehmen schmeichelhaft. Da aber die Aktien von Whole Foods unter Druck geraten sind, mag die Analogie zu Starbucks eher als warnende Parabel geeignet sein.

Whole Foods hat viel mit Starbucks gemeinsam. Beide Unternehmen hatten enormen Erfolg damit, eine schlecht versorgte Verbrauchernische zu bedienen. Und beide haben sich im Lauf der Zeit unter den Kunden und Investoren eine bedingungslos loyale Anhängerschaft geschaffen. Aber der Vergleich hat zwei Seiten. Da die Aktien der Kette für Lebensmittel gehobener Qualität unter Druck geraten sind, könnten die Erfahrungen von Starbucks als warnende Parabel für Schnäppchenjäger dienen.

Da wäre zunächst einmal der ständig zunehmende Wettbewerb. Wie Starbucks hat sich auch Whole Foods von den Mitstreitern abgesetzt, indem die Firma Produkte angeboten hat, die die Kunden nirgendwo sonst finden konnten. Aber die Einstiegsbarrieren für den Verkauf von Qualitätsviktualien und von koffeinhaltigen Getränken sind niedrig. Letztendlich ist auch McDonald's dahinter gekommen, wie man eine gute Tasse Kaffee kocht. Und auch Safeway und andere Supermarktketten haben erkannt, dass es sich lohnt, mehr Bio-Ware und eine bessere Auswahl an Fleisch und Agrarerzeugnissen in die Regale zu packen.

Dann kommen die Bewertungen. Vor einem Jahr sahen die Aktien der fast allgegenwärtigen Coffee Shop-Kette nach fast allen historischen Maßstäben billig aus. Die Optimisten argumentierten, es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis die Firma wieder den Vorwärtsgang einlegt. Seitdem haben die Titel fast die Hälfte ihres Werts verloren.

Die Aktien von Whole Foods haben eine ähnliche Entwicklung durchlaufen. Seit Oktober haben sie Einbußen über fast ein Drittel ihres Werts verzeichnet und werden jetzt mit dem 28-fachen der zukünftigen Ergebnisse gehandelt. Das ist um einiges billiger als noch vor ein paar Jahren. Aber es besteht immer noch Spielraum nach unten – das Vielfache von Starbucks hat in den vergangenen zwölf Monaten noch einmal um ein Viertel nachgegeben.

Natürlich kann eine Erholung nicht vollständig ausgeschlossen werden. Aber die offenkundig wohlhabende Kundschaft von Whole Foods wird das Unternehmen auch nicht gegen eine Konsumflaute immunisieren. Sicher, einige eingeschworene Fans und gut betuchte Konsumenten würden nicht im Traum daran denken, ihre Lachstörtchen oder exotischen Beeren anderswo zu kaufen – das trifft genau so auf den teuren Java von Starbucks zu. Aber einige andere Kunden könnten zu der Auffassung kommen, dass da doch ein bisschen zu viel Gourmet-Tamtam veranstaltet wird. Oder sogar, dass sie sich Whole Foods nicht leisten können. Das könnte zu einer ausgeprägten Magersucht bei den Aktien führen.

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