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Xstrata: Kreditkrise macht Milliarden-Übernahme zunichte

Rohstoffkonzern Xstrata sagt die millirdenschwere Übernahme eines Konkurrentemn ab. Grund sind die anhaltenden Unsicherheiten durch die Finanzkrise. Dieser Deal dürfte nicht der letzte gewesen sein, der der Kreditkrise zum Opfer fällt.

von Edward Hadas (breakingviews.com)

Xstratas Übernahmepläne für Lonmin fielen der Kreditkrise zum Opfer. Wäre die an der Londoner Börse notierte Minengesellschaft bei ihrem 10-Milliarden-Dollar-Übernahmeangebot für den Platinproduzenten geblieben, hätte sie im Verlauf eines Jahres gewaltige Refinanzierungsaufgaben bewältigen müssen. Xstrata befürchtete, dass der Markt die Mittel nicht oder nur zu inakzeptablen Preisen hergeben würde und entschied sich lieber für den Rückzug.

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Die Zeiten haben sich geändert. Noch vor zwei Jahren zögerte Xstrata keinen Augenblick, sich mit rund 10 Milliarden Dollar zu verschulden, um die kanadische Minengesellschaft Falconbridge zu übernehmen. Damals flossen Kredite allerdings auch reichlich und die Metallpreise stiegen. Jetzt ist der Markt für langfristige Anleihen nahezu geschlossen und die Metallpreise fallen - Platin hat seit Xstratas Angebot vor weniger als zwei Monaten um 35 Prozent nachgegeben.

Mittelfristig hat Xstrata den Optimismus hinsichtlich der Metallkurse nicht verloren, auch nicht das Interesse an Lonmin. Berichten zufolge hat die Minengesellschaft am Montag weitere 14 Prozent an der in London gelisteten südafrikanischen Mine erworben. Der Preis lag mit 20 britischen Pfund pro Aktie um rund 40 Prozent unter dem Preis, der dem inzwischen zurückgezogenen Übernahmeangebot zugrunde lag. Mehr kann Xstrata nicht kaufen, ohne mit dem südafrikanischen Wettbewerbsgesetz in Konflikt zu geraten. Unter den augenblicklichen Bedingungen - Lonmin erwirtschaftet bei den heutigen Platinpreisen so gut wie keine Überschüsse - dürfte das Unternehmen daran aber wahrscheinlich auch gar kein Interesse gehabt haben.

Am Markt hatte man noch nicht alle Hoffnungen aufgegeben, dass aus dem Übernahmeplan doch noch ein Geschäft werden könnte - nach der Ankündigung fielen die Aktien von Lonmin und die von Xstrata stiegen. Aber einen großen Schock verursachte die Nachricht nicht mehr. Selbst wenn die potenziellen Kreditgeber Xstratas Metallpreis-Optimismus teilen, so fehlt ihnen doch die Flexibilität, ihr Vertrauen auch mit langfristigen Darlehen zu untermauern.

Wenn nur sehr begrenzt Kredite vergeben werden und die wirtschaftlichen Aussichten zweifelhaft sind, dann wirken wachstumsorientierte Geschäftsabschlüsse wie ein Luxus, den man sich nicht leisten kann. Der Rücktritt vom Lonmin-Übernahmeangebot ist ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr sich die Konditionen auf den Kreditmärkten verschlechtert haben. Die Investmentbanker müssen sich allerdings auf noch größeres Leid einstellen. Sie müssen den Verlust all der potenziellen Geschäfte verkraften, die es erst gar nicht auf die Wunschliste geschafft haben.

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