Yahoo/Google
Für eine Hand voll Dollar mehr

Yahoo erscheint ziemlich verzweifelt. Der letzte Beweis: Die Internetfirma will den Google-Werbedienst AdSense für bis zu drei Prozent ihres US-Suchverkehrs testen. Diese Maßnahme ist offenbar ein Versuch, die Verhandlungsposition von Yahoo-Chef Jerry Yang gegenüber Microsoft zu stärken, das 44,6 Milliarden US-Dollar für Yahoo geboten hat.

Ein Yahoo-Google-Geschäft wurde als Alternative seit dem Moment diskutiert, in dem Microsoft vor zwei Monaten sein feindliches Gebot abgab. Eine komplette Vereinbarung wäre zwar lukrativ, würde Google aber einen Anteil von 76 Prozent des US-Marktes für Internetsuche bescheren. Die Regulatoren dürften nicht begeistert sein. Senator Herb Kohl, der einem Unterausschuss für Wettbewerbsfragen vorsitzt, hat schon kurz nach der Testankündigung Warnungen abgegeben.

Ob Yahoo mit Google ins Geschäft kommt oder nicht, der Test enthält auch einen Hinweis auf die Fähigkeiten von Yahoo, mit der Internetsuche Geld zu verdienen. Indem Googles AdSense bei den eigenen Suchergebnissen zum Einsatz bringt, gibt Yahoo Schwächen im einem Geschäft zu, das bisher noch als zentral für die eigene Strategie bezeichnet wurde. Es ist schwer zu erkennen, wie eine Auslagerung von Suchfunktionen dazu dienen kann, mehr Geld von Microsoft zu bekommen.

Kann Microsoft sich Nichtstun leisten? Vielleicht, doch wenn man wirklich die Herzen und Gehirne von Yahoo und seinen Aktionären gewinnen will, muss Microsoft-Chef Steve Ballmer jetzt ein paar Dollar mehr in ihre Richtung werfen. Portfoliomanager Bill Miller von Legg Mason, einer der größten Yahoo-Aktionäre, deutete in dieser Woche an, dass seine Stimme mit mehr Geld gewonnen werden könnte. Also, Steve: Wirf ein paar Dollar mehr auf den Tisch oder gib ein komplettes Barangebot ab, und du wirst das Geschäft machen.

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