Yahoo/Icahn
Blitzkrieg

Der aktivistische Investor Carl Icahn baut angeblich eine Position bei der angeschlagenen Internetgesellschaft Yahoo auf. Mit der Unterstützung der größten Einzelaktionäre von Yahoo wäre er in einer guten Ausgangsposition, um den Board kräftig durchzuschütteln und den Yahoo-Chef Jerry Yang zu Taten zu zwingen – selbst zu einem Verkauf.

Jetzt hat sich auch Carl Icahn in den Kampf um Yahoo eingeschaltet. Angeblich hat der Investor eine Beteiligung über 3,5 Prozent an der Internetgesellschaft aufgebaut. Wenn er in den beiden verbleibenden Tagen einige Vorstandsmitglieder für den Board von Yahoo nominieren kann, bevor die Frist dafür abläuft, dürfte der vor ihm liegende Weg nicht allzu steinig werden.

Die maßgeblichen Aktionäre von Yahoo, Bill Miller und Gordon Crawford, haben ihre Unzufriedenheit mit dem Unternehmen offen geäußert, seitdem Yahoo von Microsoft am Altar stehen gelassen wurde. Wenn man ihre Bestände denen von Icahn hinzufügt, würden die drei Investoren zusammen rund 15 Prozent einer Stimme kontrollieren. Und sie würden sicher Verbündete finden, denn die Aktie war um über fünf Prozent geklettert, nachdem das Engagement von Icahn durchgesickert war.

Icahn würde also vermutlich maßgeblich dabei unterstützt werden, wenn er den Board von Yahoo aufmischen wollte, der sich während der Verhandlungen mit Microsoft fragwürdig verhalten hat. Da das Unternehmen zudem im Vergleich zu Google schlecht abschneidet, hat Icahn gute Gründe, einen Wandel anzustreben.

Und er könnte nicht der einzige sein. Scott Galloway, der Gründer von Firebrand Partners, hat offensichtlich auch vor, sich in das Handgemenge zu stürzen. Galloway hat gerade seine eigene Aktivistenkampagne gegen die „New York Times“ zu Ende gebracht und sich einen Sitz im Vorstand der Zeitung gesichert.

Natürlich sollten die Yahoo-Aktionäre ihre Erwartungen zügeln. Icahn kann auch der Todesengel einer Firma sein. So hatte er im Januar 2007 mitgeteilt, dass er sich am Handy-Hersteller Motorola beteiligt hat und auf einen Sitz im Board drängt. Dieser wurde ihm durch eine Aktionärsabstimmung verwehrt und jetzt verklagt er das Unternehmen. Die Aktien von Motorola sind um fast 50 Prozent gefallen, seitdem Icahn die Bühne betreten hat. Auch bei seiner Investition in Blockbuster steht ihm das Wasser bis zum Hals.

Aber Yahoo könnte sich für den kampferprobten Aktivisten als leichtere Rangelei erweisen. Die Topaktionäre der Firma sind verstimmt, das Unternehmen konnte die Märkte nicht mit einem Zukunftsplan überzeugen und der Rivale Google wird immer stärker. Wenn Icahn in den kommenden zwei Tagen das erreichen kann, was er will, dann sollte Jerry Yang schon mal die Beine in die Hand nehmen.

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