Yahoo
Noch einmal von vorn

Am Dienstag trifft sich der Board von Yahoo zum ersten Mal, seitdem der Investor Carl Icahn und seine Unterstützer dem Team beigetreten sind. Sich weiterhin nur nach Microsoft zu verzehren, reicht nicht. Und die neuen Marketinganstrengungen der Internetfirma und ihr Such-Deal mit Google werden ihre Probleme auch nicht lösen. Yahoo muss entscheiden, wie sie sich definieren will.

Der Board von Yahoo trifft sich am Dienstag zum ersten Mal, seitdem der Investor Carl Icahn und dessen Unterstützer dem Team beigetreten sind. Für die Internetfirma steht nun viel mehr an, als sich nur nach Microsoft zu verzehren. Trotz einer peppigen neuen Marketingkampagne und eines Abschlusses mit Google bei der Internetsuche wird sich Yahoo mit aller Macht auf seine Aufgaben als Anbieter von Inhalten konzentrieren müssen, um das sinkende Schiff wieder auf Kurs zu bringen.

Der neue Board des Internetriesen, der mit den Neuzugängen Carl Icahn und dessen Adlaten Frank Biondi und John Chapple jetzt elf Mitglieder umfasst, hat alle Hände voll zu tun. Die Aktien von Yahoo sind um 34 Prozent gefallen, seitdem Microsoft im Mai ihre Übernahme-Offerte zurückgezogen hatte. Da Microsoft jetzt einen Aktienrückkaufsplan über 40 Mrd. Dollar angekündigt hat - dies entspricht in etwa dem Betrag, den der Software-Gigant für Yahoo ausgeben wollte -, stehen die Chancen auf einen künftigen Deal schlechter.

Yahoo hat zwar eine neue Marketingstrategie vorgestellt, mit der die Marke der Firma auf supercool getrimmt werden soll. Und der Abschluss mit Google bei der Internetsuche soll in dieser Woche umgesetzt werden. Aber keiner dieser Schritte trifft den Kern ihres Problems.

Die an Hamlet gemahnende Firma muss dringend definieren, was sie darstellen will. Sie war bei dem Versuch, ein Internet-Alleskönner zu sein, ins Straucheln geraten. Sie muss sich auf ihre Stärken konzentrieren. Im vergangenen Jahr hatte Yahoo-Chef Jerry Yang einen Plan vorgestellt, das Unternehmen solle zu der "Startseite" des Internet werden. Das wäre clever gewesen, hätte Yahoo nicht ein Jahr damit vertändelt, die Annäherungsversuche von Microsoft abzuwehren.

Yahoo sollte dahin zurückkehren, ein führender Anbieter von Inhalten zu sein. Microsoft hat Yahoo nicht einfach nur wegen ihrer Anteile am Markt für die Internetsuche übernehmen wollen. Das Unternehmen hatte es auf das Netzwerk von Yahoo abgesehen, das jeden Monat 142 Millionen Einzelnutzer anzieht. Indem die Firma damit fortfährt, die besten Ressourcen für Finanzen, Unterhaltung und Angelegenheiten von allgemeinem Interesse anzubieten, kann sie dauerhaft einen enormen Nutzerstamm an sich binden.

Damit erhöhen sich nicht nur die Chancen, dass Microsoft es noch einmal mit einer Offerte versucht, sondern es steigert auch den Wert der Firma für die Aktionäre. Da nun Google zumindest teilweise ihr Suchgeschäft abwickelt, sollte Yahoo sich auf das Wesentliche besinnen und das tun, was sie am besten kann. Carl Icahn und der neue Board von Yahoo werden den Aktionären einen größeren Dienst mit einer einfachen Erklärung ihrer Mission erweisen, als wenn sie auf einen Liebesbrief aus Redmond hoffen.

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