Yen
Japan zeigt Stärke

Weder der Einbruch der japanischen Exporte im November noch die Schwierigkeiten bei Toyota geben die Lage in Japan korrekt wieder. Die Stärke des Yen deutet darauf hin, dass die Devisenmärkte eine zugrunde liegende Robustheit des Landes ausmachen können.

Weder der Einbruch der Exporte im November noch die Schwierigkeiten von Toyota geben die Lage Japans korrekt wieder. Um die Aufwertung des Yen bereinigt sind die Ausfuhren um 8,9 Prozent gefallen und die Importe um 6,9 Prozent gestiegen. Insgesamt zeigt sich die Rezession in Japan mild und der fiskalische Konjunkturanreiz ist moderat. Die Yen-Stärke ist ein Zeichen für die Erkenntnis der Devisenmärkte, dass Japan in einer wirtschaftlich verschnupften Welt noch in der robustesten Verfassung ist.

Die weltweite Rezession ist auch an Japan nicht vorbeigegangen. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes ist seit zwei Quartalen leicht rückläufig und dürfte im Fiskaljahr zum 31. März um 1,3 Prozent schrumpfen, um dann im folgenden Jahr leicht anzuziehen. Allerdings dürfte den USA, der Eurozone und Großbritannien 2009 ein ähnlicher oder noch größerer wirtschaftlicher Rückgang bevorstehen als Japan, wie eine Umfrage des "Economist" unter Konjunkturbeobachtern ergeben hat. Darüber hinaus deutet das derzeitige Tempo der Verlangsamung bei den konjunkturellen Kennzahlen Amerikas und Großbritanniens darauf hin, dass die Abschwächung in diesen Ländern insgesamt viel schlimmer ausfallen wird als in Japan. Auch die Banken des Landes präsentieren sich in einer besseren Verfassung.

Auf den ersten Blick könnte man von dem Rückgang der japanischen Exporte um 27 Prozent im November entweder darauf schließen, dass Japan nicht wettbewerbsfähig ist, oder dass der Welthandel zusammenbricht.

Doch die japanischen Handelsbilanzen lauten auf Yen, und der hat sich um 24,3 Prozent verteuert. Um diesen Aspekt bereinigt, sind die japanischen Ausfuhren - in einer angemessenen Reaktion auf den steigenden Yen - nur um neun Prozent gefallen, und die Importe sind um sieben Prozent geklettert, was nahe legt, dass die Binnennachfrage des Landes robust bleibt.

Es ist eine rundum schwierige Wirtschaftslage, das ist nicht zu verkennen. Toyota erwartet zum ersten Mal in den 71 Jahren seiner Existenz im Geschäftsjahr per Ende März 2009 einen Betriebsverlust, denn das globale Absatzvolumen ist um 15 Prozent eingebrochen. Auch Honda geht von einem Rückgang des Betriebsgewinns in diesem Zeitraum um 81 Prozent aus. Angesichts des steigenden Yen können solche Erwartungen kaum überraschen. Allerdings werden sie eher von dem Verfall des Absatzvolumens hergeleitet als von erhöhten Kosten in Japan, da mehr als die Hälfte der Produktion von Toyota jetzt außerhalb Japans stattfindet.

Die Devisenhändler sind nicht dumm. Die außerordentliche Stärke des Yen spiegelt die Ausgangslage des Landes wider, die sich besser präsentiert als die der meisten Wettbewerber. Die niedrigen japanischen Zinsen liegen real über denen der Rivalen, während sich die fiskalischen Konjunkturanreize auf 2,5 Prozent des BIP belaufen und somit nach westlichen Standards als moderat bezeichnet werden können. Nicht nur die Rezession sollte in Japan milder als anderswo verlaufen, auch der nachfolgende "Kater" exzessiver Defizite und negativer realer Zinsen sollte entsprechend weniger schmerzhaft sein.

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