Zu teuer
Generali schreckt vor RBS-Versicherungsgeschäft zurück

Die italienische Versicherung kann sich mit dem Preis von 7 Milliarden Pfund nicht anfreunden, den die britische Bank aus dem Verkauf ihres Direct-Line- und Churchill-Versicherungsgeschäfts erzielen will. Der Rückzug dürfte von anderen Interessenten mit gemischten Gefühlen aufgenommen werden.

Generali/Direct Line: Der Rückzug eines Bieter aus einer Auktion ist normalerweise ein Segen für alle anderen Interessenten. Allerdings nicht, wenn es um das Versicherungsgeschäft der Royal Bank of Scotland geht, für das Generali nicht mehr länger bietet. Nach Angaben aus informierten Kreisen konnte sich die italienische Versicherung nicht mit dem Preis von rund 7 Milliarden britischen Pfund anfreunden, den die britische Bank für die Geschäftssparte, die die Markennamen Churchill und Direct Line umfasst, erzielen will. Der Rückzug der Italiener könnte die Alarmglocken bei den Aktionären der anderen Bieter läuten lassen.

Einerseits müssen die anderen Interessenten nun eine Hürde weniger nehmen. Generali schien es mit der Übernahmeabsicht weitaus ernster zu sein als Berkshire Hathaway, dem auktionsscheuen Versicherer von Warren Buffett, der sich vor zwei Wochen zurückzog. Die Italiener machten keinen Hehl daraus, dass die RBS-Versicherungen ein großes geografisches Loch im Europa-Portfolio von Generali schließen und darüberhinaus auch den Eintritt ins Direktversicherungsgeschäft beschleunigen könnten.

Jedoch andererseits, wenn selbst Generali den von RBS geforderten Preis nicht rechtfertigen kann, wer dann? Generali hat die Kreditkrise weitgehend unbeschadet überstanden. Sie verfügt über eine Kriegskasse von rund 5 Milliarden Euro und vergleichsweise hoch bewertet Aktien, die sich ebenfalls einsetzen ließen - die Versicherung wird zum 1,4-fachen ihres Embedded Value (inneren Werts) gehandelt, also mit einer 20-prozentigen Prämie gegenüber vergleichbaren europäischen Versicherern.

Ein Zuschlag - zu den von RBS gegenwärtig geforderten Konditionen - könnte sich für den Gewinner der Auktion als bitter erweisen. Natürlich dürfte die Schweizer Zurich Financial Services, die nun die klare Favoritenrolle übernommen hat, einige Vorteile aus dem Geschäft ziehen. Auch ihre Aktien werden hoch bewertet. Es bleibt allerdings das Risiko, dass RBS einen Teil des Fluches, ABN Amro im vergangenen Jahr zu teuer erkauft zu haben, an den Gewinner weitergibt.

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