ABN Amro
Auf Messers Schneide

Der Übernahmekampf um die niederländische Bank ABN Amro bietet wirklich alles, was sich die Zuschauer wünschen können. Der Zweikampf zwischen dem Chef des englischen Geldhauses Barclays, John Varley und seinem Gegner Fred Goodwin von der Royal Bank of Scotland um den Zuschlag für ABN zählt jetzt schon zu den interessantesten, spannendsten und verblüffendsten Auseinandersetzungen in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte.

Zuerst hat Varley mit einem Angebot über 36,25 Euro je ABN-Aktie und der überraschenden Ankündigung, die US-Tochter von ABN nach der Übernahme weiter zu verkaufen, einen schönen Treffer gelandet. Vor allem der US-Deal war ein echter Tiefschlag für Goodwin, denn die RBS war vor allem am amerikanischen Geschäft der Niederländer interessiert. Viele sahen den Schotten schon kurz vor dem K.O.

Doch jetzt haben Goodwin und seine Verbündeten blitzschnell einen schweren Konter gelandet. Das von Goodwin geschmiedete Dreier-Konsortium, das die niederländische Bank unter sich aufteilen will, hat nicht nur schneller, sondern auch härter zurückgeschlagen als es die Experten den Schotten zugetraut hätten. Die Gruppe rund um die RBS will nicht nur 39 Euro je ABN-Aktie bieten, sondern den Großteil davon auch noch in bar bezahlen, während Barclays nur Aktien bietet. Den meisten Aktionären dürfte die Wahl zwischen beiden Offerten nicht allzu schwer fallen.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als habe Goodwin den fast schon verlorenen Kampf gedreht und zu seinen Gunsten entschieden. Aber der Schein könnte erneut trügen. Denn das angekündigte Angebot des RBS-Konsortiums steckt voller Wenn und Aber und voller juristischer Fall-Stricke, die wohl ganze Heerscharen von Anwälten in Lohn und Brot setzen werden.

Investoren und unbeteiligte Zuschauer dürfen sich sicher noch auf die ein oder andere Finte im Kampf um ABN freuen. Gut möglich, dass der Kampf nicht mit einem schnellen K.O. endet, sondern über die volle Distanz geht.

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