Adidas
Kommentar: Selbstdarsteller

Adidas nimmt den Vertrieb in immer mehr Ländern selbst in die Hand. Und steigert so auch den Wert der übernommen Marke Reebok
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Wie unterscheidet sich ein T-Shirt von Nike von einem Leibchen von Adidas oder Puma? Durch Farbe, Stoff und Design? Auch, aber alle diese Faktoren sind nicht entscheidend. Viel wichtiger sind das Image einer Sportmarke und das Umfeld, in dem sie angeboten wird. Deshalb eröffnen die großen Sportkonzerne seit Jahren eigene Läden und bauen auf sogenannte Shop-in-Shop-Konzepte. Aus diesem Grund versuchen die Anbieter auch immer öfter, den Vertrieb im Ausland unter eigene Regie zu bekommen.

Adidas hat gestern einen Schritt in diese Richtung gemacht und mit einem langjährigen Partner in Südamerika ein Gemeinschaftsunternehmen für den Vertrieb seiner Marke Reebok gegründet. Bislang hat der Partner die Schuhe und Shirts im wichtigen Markt Brasilien selbst hergestellt und verkauft und dafür eine Lizenzgebühr bezahlt.

Adidas ist allerdings fest überzeugt, dass sich in Brasilien mehr Reebok-Ware absetzen lässt und übernimmt jetzt die Führung des Joint Ventures. In anderen aufstrebenden Ländern hat sich dieses Vorgehen bereits bewährt. Meist ist es Adidas sogar gelungen, ganz ohne lokale Partner auszukommen.

Adidas steht schwer unter Druck, denn die Zeit drängt. Vor zwei Jahren hat der fränkische Sportartikelhersteller Reebok für umgerechnet rund drei Milliarden Euro übernommen, noch immer aber kommt die US-Marke nicht richtig in Fahrt. Das liegt am schwachen Heimatmarkt Amerika, aber auch daran, dass Reebok in vielen Ländern in den Sportgeschäften nicht stark genug vertreten ist. Dies will die deutsche Mutter so schnell wie möglich ändern.

Dazu kommt: Mit dem eigenen Vertrieb hat es Adidas in der Hand, ein neues, frisches Bild von Reebok in den Köpfen der Käufer zu schaffen. Und darauf kommt es letztlich an.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München

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