Afghanistan
Die falsche Debatte

Vieles von dem, was im Jahr 2007 auf Deutschland zukommen wird, lässt sich noch nicht voraussehen. Aber eines steht fest: Deutschland wird sich in Afghanistan intensiver als bisher engagieren müssen.

Um die drohende Destabilisierung weiter Landesteile der zentralasiatischen Republik zu verhindern, muss die internationale Gemeinschaft insgesamt verstärkt helfen. Und dazu wird eine Kombination aus militärischen Kräften und mehr ziviler Aufbauarbeit benötigt. Denn mit militärischen Mitteln allein kann der Kampf gegen die Taliban nicht gewonnen werden. Man muss den Extremisten vor allem ihre zurzeit stärkste Waffe aus der Hand schlagen: den von ihnen vermittelten Eindruck, das Land sei von der internationalen Gemeinschaft „nicht mehr zu halten“. Deshalb sollten sich die Afghanen rechtzeitig auf die Seite der künftigen Sieger schlagen.

Die Bundeswehr wird deshalb, wie die anderen Nato-Partner auch, mehr anbieten müssen als bisher, obwohl die Verantwortung für den Norden des Landes bereits viel Engagement bedeutet. Schon vor Wochen war klar, dass die von der Nato gewünschten Aufklärungs-Tornados und -Drohnen im Süden eingesetzt werden könnten. Hinzu kommen eine verstärkte Polizeiausbildung und der Versuch, im Süden verstärkt mit lokalen Helfern den Wiederaufbau zu forcieren. So weit die internationale Debatte über die Arbeitsteilung in Afghanistan. Leider wird die deutsche Diskussion wieder einmal am Thema vorbei geführt. Im Mittelpunkt stehen nicht Notwendigkeit und Sinn des Einsatzes, sondern Formalien. Es geht um Zustimmungsrechte und die akademische Frage, ob Aufklärung nun Vorbereitung zu Kampfhandlungen bedeutet oder nicht. Dies ist in doppelter Weise absurd: Andere Nationen setzen sich vor Ort bereits wesentlich größeren Gefahren aus.

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