Air Berlin
Hunolds Coup

Mit der Punktlandung bei der ersten Bilanz seiner Air Berlin nach dem Börsengang im letzten Mai ließ sich Joachim Hunold nicht lange feiern. Die größere Überraschung ist die Übernahme der lange schwer kranken, gerade erst genesenden Düsseldorfer Fluggesellschaft LTU. Nach dem Aufbau eines dichten Netzes an Flugverbindungen in Deutschland und Europa hat Hunold jetzt die interkontinentale Langstrecke im Visier.

Von Größenwahn ist der Selfmade-Airliner Hunold damit weit entfernt. Er zieht Konsequenzen aus zwei Umständen. Der erste: Düsseldorf ist einer der zentralen Start- und Zielpunkte im Streckennetz der Air Berlin. Ein „Hub“ also, an dem sich aus ganz Europa Passagiere zum Umsteigen in die Langstreckenjets der LTU einsammeln lassen. So wie die Lufthansa Frankfurt und München zu ihren Knotenpunkten für das Langstrecken-Geschäft macht. Die Kurzstreckenflüge sind, wie die Branche das nennt, „Feeder“. Sie füttern den Großraumjet, der seine Sitze meist nicht allein aus dem Quellmarkt rund um seinen Startflughafen füllen kann, mit Passagieren und machen den langen Flug damit erst wirtschaftlich. Der zweite Umstand: Düsseldorfs Flughafen liegt im Zentrum des größten deutschen Wirtschaftsraums mit rund 18 Millionen potenziellen Kunden.

Lufthansa hat den Airport mit Langstreckenflügen in den letzten Jahren nicht gerade verwöhnt. Zwar gab es die Geschäftsreisenden, aber nicht genügend Economy-Passagiere aus der Region, um die Jets wirklich zu füllen. Genau das aber kann Air Berlin jetzt bieten. Hunold kokettiert im Blick auf Lufthansa gerne mit dem Bild von David und Goliath. Nach seinem LTU-Coup werden ihn die Kraniche sicher noch sorgfältiger beobachten.

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