Air Berlin übernimmt DBA
Kommentar: Hunolds Coup

Der Chef und Miteigentümer von Air Berlin, Jochen Hunold, kann stolz sein. Nur wenige Wochen nach dem verpatzten Börsengang seiner Fluggesellschaft gelingt ihm ein veritabler Coup, der die deutsche Luftverkehrsbranche noch gewaltig durcheinander wirbeln wird.

Durch die Übernahme der DBA setzt Air Berlin die einheimische Konkurrenz gewaltig unter Druck. Für die zur Lufthansa gehörige Germanwings und vor allem die zum TUI-Konzern zählenden HLX und Hapagfly wird die Luft nun dünner. Denn eine Air Berlin inklusive der DBA wird künftig mehr Strecken bedienen und – falls die Integration mit Professionalität durchgezogen wird – ihren Kunden günstigere Preise anbieten.

Ob es aber Europas drittgrößter Billig-Airline gelingen wird, durch den Deal Anschluss an die schier übermächtigen Marktführer Ryanair und Easyjet zu schaffen, darf angezweifelt werden. Zu weit enteilt sind die Preisbrecher aus Irland bzw. England , die seit Jahren auch massiv deutsche Ziele anfliegen. Doch nur wenn es gelingt, den Anschluss zu halten, wird Air Berlin-DBA mittelfristig eine Überlebenschance haben. Rynair-Gründer Michael O’Leary hat bereits vor Jahren prognostiziert, dass auf Dauer nur drei Billigflieger in Europa übrig bleiben werden. Diesem knallharten Konsolidierungsdruck, der vor allem durch Größenvorteile und hohe Kerosinpreise verursacht wird, kann sich niemand entziehen.

Hunold und seine Air Berlin versuchen mit dem Zukauf nun ein anderes Rezept als O’Leary, der ausschließlich durch organisches Wachstum groß geworden ist. Dieser Weg birgt viele Hürden: Schließlich gelingen Übernahmen in der Airline-Branche noch seltener als in anderen Sektoren. Außerdem besitzt die DBA mit ihrem eher auf ein Business-Publikum ausgerichteten Geschäftsmodell ein anderes Konzept als Air Berlin, die sich bemüht als Preisbrecher zu punkten.

Gänzlich ungeklärt ist, welche Rolle die LTU, die mit der DBA verbunden ist, künftig spielen sollte. LTU ist ein Sanierungsfall und wird daher noch viele Probleme bereiten.

Dennoch: Trotz all der vorhersehbaren Probleme ist für Hunold der DBA-Deal die einzige Chance, langfristig im Markt zu bleiben.

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