Airlines
Hoffnung am Himmel

Das Zusammentreffen der Ereignisse ist zwar zufällig, ergibt aber einen Sinn: Am Dienstag wurde das seit langem erwartete Zusammengehen der Fluggesellschaften Air France und KLM beschlossen. Und heute starten in Washington Verhandlungen zwischen den USA und der Europäischen Union über den „Open Sky“.

Das Zusammentreffen der Ereignisse ist zwar zufällig, ergibt aber einen Sinn: Am Dienstag wurde das seit langem erwartete Zusammengehen der Fluggesellschaften Air France und KLM beschlossen. Und heute starten in Washington Verhandlungen zwischen den USA und der Europäischen Union über den „Open Sky“ – für ein Luftverkehrsabkommen, das allen US-amerikanischen und EU-Fluggesellschaften den liberalisierten Luftverkehr über den Nordatlantik ermöglichen soll.

Dieser Pakt ist mehr als überfällig. Er muss im weltweit größten Flugmarkt über dem Großen Teich jene Kleinstaaterei beenden, die zu den Anachronismen der globalisierten Welt gehört: Die Rechte, welche Airline wo starten und wo landen darf, sind noch heute in unzähligen nationalstaatlichen, bilateralen Abkommen geregelt. Fliegen dürfen da nur jene Unternehmen, deren Anteile mehrheitlich national gehalten werden.

Bliebe das so, könnten die beiden „national carrier“ Frankreichs und der Niederlande ihre Fusionspläne gleich in den Papierkorb werfen: Denn als mehrheitlich französische Gesellschaft würde die künftige „Air France-KLM“ die bisherigen zwischen den Niederlanden und den USA ausgehandelten Verkehrsrechte verlieren: Sie dürfte dann nicht mehr von Amsterdam nach Nordamerika starten. An diesem Problem scheiterte eine Fusion zwischen British Airways und KLM schon vor ein paar Jahren.

Doch es geht um weit mehr als um die Pläne der beiden Airlines. Die Open-Sky-Verhandlungen sind auch der Startschuss für den seit Jahren überfälligen Konsolidierungsprozess der europäischen Luftverkehrsbranche. Fallen erst einmal die Nationalitätenklauseln, dann wird es zu weiteren Fusionen kommen. Die bunte Vielfalt der allzu vielen kleinen Fluglinien mit großen Streckennetzen hat keine Zukunft; sie ist nationaler Luxus. Herausbilden werden sich wenige große EU-Fluggesellschaften – zum Nutzen ihrer Anteilseigner, weil ihre Gesellschaften endlich Geld verdienen. Zum Nutzen aber auch der Passagiere, denen ein freier Markt auch über dem Nordatlantik niedrigere Preise bescheren würde. Doch das ist noch Zukunftsmusik. Erst einmal muss das in Washington beginnende Verhandlungsmarathon erfolgreich abgeschlossen werden. Das wird Jahre dauern. Und Luftlöcher auf dem Weg zum offenen Himmel gibt es viele.

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