Aktien: Das Ende der falschen Hoffnungen

Aktien
Das Ende der falschen Hoffnungen

Wie weit kann es noch abwärts gehen? Eine sichere Antwort auf diese Frage kann niemand geben. So schlimm wie beim letzten Mal muss diese Börsenbaisse nicht werden. Aber eine schnelle Rettung ist auch nicht zu erwarten. Denn zwei Hoffnungen darf man wohl getrost begraben. Eine Analyse.
  • 0

Zum Aussteigen zu spät. Auf Kaufgelegenheiten warten. Niemals in ein fallendes Messer greifen. Nur die Ruhe bewahren. Den Aktienanteil vorsichtig erhöhen.

Wenn es an der Börse kracht, sind gute Ratschläge gefragt und werden gerne gegeben. In dieser Woche hat es ordentlich gekracht, seit Jahresanfang schon gleicht der Kursverlauf einer immer schneller werdenden Rutschpartie. Und die Tatsache, dass die US-Notenbank mit einer ungewöhnlich starken Zinssenkung den Kursverfall bestenfalls vorübergehend bremsen konnte, lässt wenig Gutes erahnen. Noch vor wenigen Monaten hätte ein Zinsschritt um einen Dreiviertelprozentpunkt die Kurs drastisch nach oben schnellen lassen.

Wie weit kann es noch abwärtsgehen? In den drei Jahren von 2000 bis 2002 war der Deutsche Aktienindex (Dax) um rund 55 Prozent gefallen. Nach einem milden Verlust von 4,7 Prozent im Jahr 2000 folgten fast 20 Prozent und dann 2002 rund 44 Prozent. So viel zum Thema „Es ist zu spät, um auszusteigen“. In Wahrheit ist es nie zu spät, wenn die Kurse mit hoher Wahrscheinlichkeit noch weiter fallen.

Seit Jahresanfang ist der Dax schon um beinahe 20 Prozent gefallen – ein sensationeller Wert in so kurzer Zeit. Selbst bei einem sehr optimistischen Szenario kann man davon ausgehen, dass 2008 die Aktienbörse im roten Bereich bleibt. Aber wen wundert das? Wir hatten vorher insgesamt fünf gute Börsenjahre. Allein in den vergangenen drei Jahren ist der Index um rund 89 Prozent gestiegen. Erstaunlicher als der momentane Einbruch ist, dass das Jahr 2007 trotz der international tobenden Finanzkrise den Anlegern noch 22 Prozent Plus gebracht hat. Anders gesagt: Es war längst einmal Zeit für ein schwaches Börsenjahr nach dem dramatischen Aufschwung davor.

Aktien sind trotzdem kein schlechtes Geschäft: In den vergangenen zehn Jahren wuchs der Dax um durchschnittlich 6,7 Prozent per annum, die deutsche Wirtschaft dagegen nur um 1,5 Prozent. Auch dieser Vergleich zeigt, dass eine Korrektur völlig normal ist, wenn man es nüchtern betrachtet.

Seite 1:

Das Ende der falschen Hoffnungen

Seite 2:

Kommentare zu " Aktien: Das Ende der falschen Hoffnungen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%