Alitalia
Fingerübung

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Der Verkauf der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia verkommt zur Farce. Niemand scheint das Rennen wirklich ernst zu nehmen. Zuletzt gab der Private-Equity-Fonds Matlin-Patterson bekannt, dass er Einblick in die Bücher haben wolle.An sich wäre das nichts Besonderes, gehören die Finanzinvestoren doch zu einer der drei Gruppen, die im Rennen um Alitalia in die vorletzte Runde gekommen sind. Allerdings hatten sich Matlin-Patterson und der Private-Equity-Fonds TPG erst im vergangenen Monat aus dem Bieterwettbewerb zurückgezogen.

Jetzt schaut also ein Fonds in die Bücher des Unternehmens, obwohl die Investoren gar nicht investieren wollen. Zudem keimen Zweifel, ob die russische Aeroflot überhaupt noch bieten will. Die Russen haben zwar Anfang der Woche entsprechende Meldungen dementiert, aber gleichzeitig die Preisvorstellungen aus Rom kritisiert. Hinzu kommen Gerüchte in Moskau, Aeroflot wolle das Bieterverfahren nur nutzen, um sich in internationalen Ausschreibungen zu üben.

Für die Regierung in Rom wird es immer schwieriger, mit der angeschlagenen Airline Kasse zu machen. Es wäre nicht überraschend, wenn zum festgelegten Termin am 2. Juni überhaupt kein verbindliches Angebot vorliegen würde. Schließlich hat Air One, der letzte verbleibende Bieter neben Aeroflot, auch schon Zweifel angemeldet.Für die römische Regierung wäre das äußerst peinlich, nachdem zunächst angeblich sogar Air France und auch die Lufthansa Interesse gezeigt haben sollen – wenn man Gerüchten in Rom Glauben schenkt. Vielleicht war das Ganze aber auch für die italienische Regierung nur eine Fingerübung ?

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