Alitalia-Verkauf
Ohrfeige für Berlusconi

Jetzt ist es offiziell: Auch der letzte Interessent für Alitalia hat dankend abgelehnt. Nach insgesamt drei Verkaufsversuchen innerhalb von zwei Jahren hat sich die Investorengruppe um den Piaggio-Chef Roberto Colaninno zurückgezogen. Wenn jetzt die Alitalie endgültig in die Insolvenz fliegt, dann ist das auch die Schuld von Silvio Berlusconi.
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Jetzt ist es offiziell: Auch der letzte Interessent für Alitalia hat dankend abgelehnt. Nach insgesamt drei Verkaufsversuchen innerhalb von zwei Jahren hat sich auch die Investorengruppe um den Piaggio-Chef Roberto Colaninno zurückgezogen. Aber das Konsortium stellte ohnehin eher eine Zwangsgemeinschaft als eine wirkliche Interessengruppe dar. Die Industriellenfamilien wie Benettons und Marcegaglia haben sich vom Regierungschef Silvio Berlusconi zwar überreden lassen, im Namen des Patriotismus ihren Obolus für die Rettung von Alitalia zu leisten. Aber wahrscheinlich haben viele von ihnen am Donnerstag erleichtert aufgeatmet, als sie nach dem Wider-stand der Gewerkschaften einstimmig für den Rückzug der Offerte gestimmt haben.

Vor allem ist das Scheitern der italienischen Offerte eine Ohrfeige für Berlusconi. Er hatte Anfang des Jahres eine Offerte von Air France boykottiert und ein italienisches Lösung versprochen. Doch die hat sich nun erübrigt. Berlusconi gibt den Gewerkschaften die Schuld, weil sie die Einschnitte nicht mittragen wollten. Aber wenn die Alitalia nun endgültig in die Insolvenz fliegt, ist das auch sein Verschulden. Insolvenz ist nicht wirklich eine gute Alternative zu einer französischen Übernahme. Und populär ist sie auch nicht.

Wie geht es weiter? In Italien sind Wunder nicht auszuschließen. Aber diesmal scheint die Insolvenz der einzige Ausweg zu sein. An der Konkursmasse könnten dann auch wieder Ausländer wie Air France oder Lufthansa interessiert sein. Bravo Berlusconi!

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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