Allensbach-Umfrage
Politische Lager liefern sich Kopf-an-Kopf-Rennen

Für Schwarz-Gelb bleibt es eng: Wenige Tage vor der Wahl sieht auch das Allensbach-Institut starken Aufwind für die SPD. Am Ende könnten die unentschlossenen Wähler das Zünglein an der Waage sein.

FRANKFURT/MAIN. Bei der Zweitstimmen-Wahlabsicht kam die Union laut der jüngsten Meinungsstudie im Auftrag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" auf 41,7 Prozent und blieb damit im Vergleich zum Vormonat nahezu konstant. Auf der Zielgeraden legte die SPD zu Lasten der kleineren Parteien auf 32,9 Prozent zu - zwar ohne Aussicht, den Fortbestand der bisherigen rot-grünen Koalition zu sichern, aber mit der Chance, selber an der Macht beteiligt zu bleiben.

Entscheident für die Wahl könnten jedoch die mehr als 30 Prozent noch Unentschlossenen sein. 32 Prozent der Befragten wünschten sich eine Koalition aus Union und FDP, 23 Prozent waren für eine große Koalition und 15 Prozent für eine Fortsetzung des rot-grünen Bündnisses. Die Vorwahl-Umfrage wurde vom 4. bis 12. September bei rund 2000 Befragten erhoben.

Die Stärkung der SPD setzte nach Allensbach unmittelbar nach dem Fernsehduell ein. Dabei wurden beide Spitzenkandidaten im Rückblick in Bezug auf Kompetenz, Sachlichkeit, Fairness und Argumentationskraft ähnlich bewertet, schreibt die Zeitung. 70 Prozent empfanden Angela Merkels Auftritt als ruhig und sachlich, 64 den des Bundeskanzlers; 51 Prozent attestieren Merkel, 56 Prozent Gerhard Schröder Kompetenz, 47 Prozent der Herausforderin, 46 Prozent dem Amtsinhaber gute Argumente, mehr als 80 Prozent beiden Fairness. Die Bewertungen in der Allensbach-Studie zeigen, dass beide als weitaus ebenbürtiger empfunden wurden, als es der deutliche Vorsprung Schröders bei der Frage, wer das Duell gewonnen habe, vermuten lässt.

Jedoch: Der Anteil, der keine der Parteien wirklich überzeugend findet, liegt mittlerweile bei 44 Prozent, der Anteil, der in der politischen Landschaft keinerlei Lichtgestalten ausmachen vermag, bei 41 Prozent. Die Unsicherheit laut Allensbach-Leiterin Renate Köcher diesmal größer als bei allen vorhergehenden Wahlen. Wenige Tage vor der Entscheidung müssen CDU/CSU und FDP weiter zittern, ob die Wähler den Weg für eine schwarz-gelbe Koalition frei machen oder eine Konstellation herbeiführen, die eine große Koalition oder noch kompliziertere, heterogenere Bündnisse erzwingt.

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