Allianz/Dresdner Bank
Kommentar: Die Grenze ist erreicht

Richtig überraschend kommen die Zweifel der Allianz an ihrer Ergebnisprognose nicht. Schon vor einem Monat hatte Konzernchef Michael Diekmann die Renditeziele für die seit Jahren wenig Freude bereitende Dresdner Bank auf unbestimmte Zeit verschoben. Und die Gründe liegen auf der Hand. Die wirkliche Botschaft aus München ist eine andere.
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Richtig überraschend kommen die Zweifel der Allianz an ihrer Ergebnisprognose nicht. Schon vor einem Monat hatte Konzernchef Michael Diekmann die Renditeziele für die seit Jahren wenig Freude bereitende Dresdner Bank auf unbestimmte Zeit verschoben. Und schon damals hieß es, es werde eine Herausforderung, die für die Gruppe in Aussicht gestellten zehn Prozent Gewinnwachstum pro Jahr zu erreichen.

Die Gründe liegen auf der Hand. Weitere Abschreibungen auf strukturierte Wertpapiere der Bank. Hinzu kommt die milliardenschwere Stützungsaktion für K2, die von der Dresdner Bank verwaltete Zweckgesellschaft. Verluste will hier zumindest keiner mehr ausschließen.

Die wirkliche Botschaft aus München lautet: Die Grenze der Belastbarkeit ist auch bei der vor Kraft nur so strotzenden Allianz erreicht. Jahrelang konnte man die Dresdner Bank angesichts der guten Entwicklung des Versicherungsgeschäfts mit durchschleppen. Zwar gab es dort auch Fortschritte, das schlechte Abschneiden der Investmentbank machte sie jedoch regelmäßig zunichte.

Spätestens mit der Finanzkrise hat die Geduld der Investoren ein Ende gefunden. Der Druck wächst – und Diekmann handelt. Die kürzlich beschlossen Aufspaltung der Dresdner in zwei Teile ist da nur der Anfang. Schon bald könnte die Investmentbank verkauft und das Privatkundengeschäft mit der Postbank fusioniert sein. Überraschend käme das jedenfalls nicht.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent

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