Allianz
Kommentar: Eine Hürde bleibt

Der Gewinn des Allianz-Konzerns im ersten Quartal des Geschäftsjahres sprengt alle Rekorde. Geschickte Beteiligungsverkäufe und ein überaus freundlich gesonnener Kapitalmarkt gaben dem Allfinanz-Riesen aus München dabei kräftig Rückenwind. Apropos Wind, nicht einmal das von der Assekuranz gefürchtete Sturmtief Kyrill hat die pralle Bilanz des führenden europäischen Versicherers zu zerzausen vermocht. Was sind auch schon 119 Mill. Euro netto Sturmschäden bei einem Umatz von fast 30 Mrd. und einem Gewinn von mehr als drei Mrd. Euro innerhalb von nur drei Monaten?

Außerdem darf nicht vergessen werden, dass Schäden die Geschäftsgrundlage einer Versicherungsgesellschaft sind. Und ansonsten ist im ersten Quartal wenig passiert. Das erklärt, weshalb das gesamte Versicherungsgewerbe derzeit super verdient.

Davon profitieren in erster Linie die Aktionäre, denen Land auf Land ab die Dividenden versüßt werden. Shareholder Value ist aber nicht alles. Neben dem Aktionärsinteresse sind da zumindest noch Kunden und Mitarbeiter. Ob Allianz-Chef Michael Diekmann hier die nötige Balance finden wird, bleibt nach dem im vergangenen Jahr äußerst ungeschickt kommunizierten Konzernumbau abzuwarten.

Immerhin geben die blendenden Zahlen den Beschäftigten Zuversicht, auch wenn sie eine Hürde nicht übersprungen haben: Wachstum. Daran hapert es beim Marktführer. Die Konkurrenten sollten sich daher warm anziehen, wenn Diekmann mit dem angekündigten Wachstum aus eigener Kraft ernst macht. Gute Gewinne geben Spielraum für wettbewerbsfähige Peise. Was die Kunden freut, dürfte der Konkurrenz Sorgen machen.

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