AMD
Kommentar: Go East

Die Nachricht vom Zuschlag für Dresden für die AMD-Chipfabrik belegt, dass Deutschland als Investitionsstandort bei aller berechtigten Kritik an hohen Steuern und einem zu teuren Sozialsystem doch noch wettbewerbsfähig ist.

Ostdeutschland wartet mit einer überraschenden Erfolgsmeldung auf: Die sächsische Metropole Dresden erhält den Zuschlag für eine neue Chipfabrik des US-Konzerns Advanced Micro Devices (AMD). Die Nachricht belegt, dass Deutschland als Investitionsstandort bei aller berechtigten Kritik an hohen Steuern und einem zu teuren Sozialsystem doch noch wettbewerbsfähig ist. Dass der Standort in Dresden liegen wird und damit in den strukturschwachen neuen Bundesländern, macht die Angelegenheit nur noch erfreulicher.

Der Erfolg der sächsischen Landeshauptstadt als High-Tech- Standort ist sicherlich zu einem großen Teil dem geschickten Vorgehen der dortigen Landesregierung zu verdanken. Mit einer Mischung aus finanzieller Unterstützung und reduzierter Bürokratie hat sie es geschafft, Investoren aus der ganzen Welt anzulocken. Infineon und Dupont sind dafür neben AMD weitere eindrucksvolle Belege.

Allerdings geht die Stärke von „Saxony“ nicht alleine auf die gute aktuelle Ansiedlungspolitik zurück. So paradox es klingen mag: Dresden profitiert zu einem guten Teil von der Arbeit des alten DDR- Regimes.

Die SED baute die sächsische Metropole über Jahrzehnte zu einem Standort für Mikroelektronik aus, der in der gesamten Welt einen guten Ruf genoss. Dazu zählt bis heute vor allem die dortige Technische Universität, die den Hochtechnologie-Firmen in der Region Jahr für Jahr qualifizierte Mitarbeiter liefert.

Kein Zweifel: Die Bilanz von Dresden ist beeindruckend. Sie ist allerdings nur schwer zu wiederholen. Cluster bilden sich nicht über Nacht, wie das sich abzeichnende Debakel im brandenburgischen Frankfurt an der Oder zeigt.

Jens Koenen leitet das Büro Unternehmen & Märkte in Frankfurt.
Jens Koenen
Handelsblatt / Leiter Büro Frankfurt
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