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Analyse: Letzte Chance für Chrysler

Noch im Januar 2005 hat sich Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche auf der „Detroit Motor Show“ für die gelungene Sanierung des US-Herstellers feiern lassen. Doch der Jubel war verfrüht. Morgen wird Zetsche in den USA wieder einen Plan präsentieren, wie er Chrysler endlich in den Griff bekommen will. Ein bitteres Déjà-vu, auch für den Vorstandschef, der zuvor lange Jahre an der Spitze der US-Sparte stand. Erst der Feuerwehreinsatz bei Chrysler hatte dem Topmanager mit dem auffälligen Schnauzbart den Weg an die Konzernspitze geebnet. Nun holt ihn die Vergangenheit ein: Ein Jahr nach dem Sprung an die Spitze des Konzerns geht es um Zetsches eigene Glaubwürdigkeit.

Dabei hat der neue Daimler-Boss bereits viel bewegt. Die Kernsparte des Konzerns, Mercedes, ist zurück in der Spur, er hat die Strukturen im Konzern verschlankt und die Organisation zentralisiert. Das Milliardenloch bei Smart ist gestopft, die riskante Beteiligung am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS verringert.

Doch das Bild von „Dieter Superstar“, dem Magier mit dem Schnauzbart, der alles zum Laufen bringen kann und dem Mitarbeiter zujubeln, selbst wenn ihre Jobs gestrichen werden, hat mit der neuen Chrysler-Krise Risse bekommen. Denn erstmals muss sich der Vorstandschef den Vorwurf gefallen lassen, Chrysler in seiner Zeit strategisch nicht wetterfest gemacht zu haben.

Denn es ist eine Mischung aus Managementfehlern und einer verfehlten Modellpolitik, die Chrysler wieder in die Bredouille brachte: So haben mehr als 70 Prozent der Chrysler-Fahrzeuge einen besonders hohen Benzinverbrauch. Und solche Spritfresser sind auch in den USA kaum noch gefragt, wo Chrysler heute noch fast 90 Prozent seiner Autos verkauft.

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