Analyse
Angela Merkel – die Moderatorin

Angela Merkels politisches Erfolgsgeheimnis ist, dass sie bislang immer unterschätzt wurde, dass sie die Fähigkeit entwickelt hat, für sie günstige politische Situationen und Konstellationen zu erkennen - und dann mit ziemlicher Konsequenz und eiserner Disziplin zuzupacken.

Kanzler Kurt Georg Kiesinger charakterisierte sich selber gern als einen "wandelnden Vermittlungsausschuss", als er die Arbeit der ersten großen Koalition (1966 bis 1969) in der deutschen Geschichte beleuchtete. Nicht viel anders wird es Angela Merkel ergehen. Während Kiesinger aus der baden-württembergischen Provinz zurück nach Bonn geholt wurde, trifft die SPD in der Koalition auf die einst von ihr besonders bekämpfte "Die-kann-es-nicht"-Hauptgegnerin. Hat sie das Zeug zur Kanzlerin?

Merkels politisches Erfolgsgeheimnis ist, dass sie bislang immer unterschätzt wurde, dass sie die Fähigkeit entwickelt hat, für sie günstige politische Situationen und Konstellationen zu erkennen - und dann mit ziemlicher Konsequenz und eiserner Disziplin zuzupacken. Erinnert sei an ihren "Scheidebrief" an Helmut Kohl vom Dezember 1999.

Allein die Tatsache, dass es ihr in den letzten Wochen gelang, trotz eines für ihre Partei letztlich verheerenden Wahlausgangs eine ziemliche Geschlossenheit einer stark föderal ausgerichteten Union herbeizuzwingen, zeigt ihre Fähigkeit, die christdemokratischen Truppen hinter sich zu sammeln. Ihre Entscheidung, sich unmittelbar nach der Bundestagswahl in geheimer Wahl zur Fraktionsvorsitzenden bestätigen zu lassen, war äußerst risikoreich. Eine große Zahl von Gegenstimmen hätte eine Erosion ihrer Macht einleiten können.

Für sie typisch, setzte sie alles auf eine Karte. Auf ihrem politischen Lebensweg entschied sie sich stets für den hohen Einsatz. Aber reicht das? Viele, gerade auch Unionswähler, beschleichen Zweifel, ob Angela Merkel "die Richtige" ist.

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