Analyse: Chipindustrie
Viel Potenzial

Es war die Zeit, in der Aktien nicht verkauft, sondern zugeteilt wurden. Als Siemens seine Halbleiter-Tochter unter dem Kunstnamen Infineon im Frühjahr 2000 an die Börse brachte, war die Emission um das 33fache überzeichnet. Die Papiere wurden schließlich unter den Anlegern verlost.

Heute, sechseinhalb Jahre danach, kommt mit Infineons Speichersparte wieder ein großer deutscher Chipproduzent auf das Parkett. Doch um die Aktien von Qimonda, so heißt die junge Firma, an den Mann zu bringen, musste Infineon in den letzten Wochen wesentlich mehr Überzeugungsarbeit leisten als Siemens auf dem Höhepunkt des Internet-Booms.

Die Gründe für die jetzige Zurückhaltung der Investoren liegen nicht nur im veränderten Börsenumfeld. Infineon selbst ist alles andere als eine Erfolgsstory. Seit dem Start verlor die Aktie um fast 90 Prozent an Wert. Hinzu kommt, dass fast alle Halbleiterhersteller in den vergangenen Jahren immer wieder in die roten Zahlen rutschten. Infineon ist es sogar bis heute nicht gelungen, über mehrere Quartale hinweg ordentliche Gewinne zu erwirtschaften.

Dennoch gibt es auch heute noch Anleger, die ihr Geld in großem Stil in die Chipbranche und Firmen wie Qimonda stecken. So übernahm erst in der vergangenen Woche eine Gruppe von Finanzinvestoren die Chipsparte von Philips. Für 80 Prozent des Unternehmens zahlen die Investoren 6,4 Milliarden Euro. Der Preis ist damit doppelt so hoch wie der jährliche Umsatz dieses Bereichs.

Die Investoren sehen in der Branche nämlich enorm viel Potenzial. Es gibt keine Werkzeugmaschine, kein Handy und schon gar keinen Computer ohne Chips. Und in jede neue Autogeneration werden mehr Chips eingebaut als in vorige. Doch das ist nicht alles. Den Halbleiterproduzenten eröffnen sich riesige neue Märkte. Allein der Boom der MP3-Player oder die vielen tragbaren Navigationsgeräte sorgen für volle Auftragsbücher. Zusätzlich erobern die Handyhersteller die Schwellenländer. Die Nachfrage aus Ländern wie Indien wird viele Chipfabriken auf Jahre hinaus auslasten.

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