Analyse: Euro-Skeptiker Dänemark wird zum Brückenbauer

Analyse
Euro-Skeptiker Dänemark wird zum Brückenbauer

Mitten in der schwersten Krise der EU übernimmt mit Dänemark ein Land den Vorsitz, dass sich immer wieder als großer Euro-Skeptiker gezeigt hat. Das muss kein Fehler sein. Die Chancen, etwas zu bewegen sind groß.
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Brücken bauen – das hat sich Dänemarks neue Regierungschefin Helle Thorning-Schmidt vorgenommen. Ein gespaltenes Europa möchte sie wieder zusammenführen, die Schuldenkrise meistern, das Wachstum ankurbeln und sei das noch nicht genug: Sie möchte auch den Euro retten, mit dem man in Dänemark nicht einmal bezahlen kann.

Zum Jahreswechsel übernahm das kleine Königreich die EU-Ratspräsidentschaft von Polen. Heute stellte Thorning-Schmidt in Kopenhagen im Beisein von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Baroso ihr Programm für die kommenden sechs Monate vor.

Und obwohl die sozialdemokratische Regierungschefin, die erst seit vergangenem Herbst im Amt ist, eine fast unlösbare Mammutaufgabe vor sich hat, könnte es gerade dem kleinen Dänemark gelingen, Europa wieder auf eine gemeinsame Spur zu bekommen.

Es klingt paradox: Mitten in der schwersten Krise der Europäischen Union übernimmt ein Land den Vorsitz, dass sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder als großer Skeptiker des EU-Projekts gezeigt hat. Da waren zwei Volksabstimmungen, die jeweils mit einem „Nej Takk“ zum Euro endeten, da waren Ausnahmeregelungen von jenen Maastrichter Verträgen, die eigentlich Europa noch enger zusammenschweißen sollten. Und da waren Streitereien um völlig überflüssige Grenzkontrollen.

Dänemark hat Europa nicht nur einmal zuvor gespalten. Und gerade dieses Land will nun Brücken bauen? Ausgerechnet das Land, das mit seiner extrem restriktiven und zum Teil unsolidarischen Ausländerpolitik und den angedrohten Grenzkontrollen immer wieder für europaweite Verstimmung gesorgt hatte, will in dem tief gespaltenen Europa eine Vermittlerrolle einnehmen?

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