Arbeitsmarktreform
Kommentar: Clements Illusion

Wolfgang Clement wird den Ruf nicht los, mehr anzukündigen, als er halten kann. Er rechne mit einer erheblichen Verstärkung öffentlicher Arbeitsgelegenheiten, vielleicht auf 20 % der heutigen Langzeitarbeitslosen, das wären mindestens 600 000, hatte er gesagt. Für den Minister, der unter dem starken Anstieg der Arbeitslosenzahl durch die Einbeziehung erwerbsfähiger Sozialhilfebezieher in die Statistik leidet, hätte ein Boom von Ein-Euro-Jobs einen schönen Nebeneffekt. Da die Ein-Euro-Zusatzjobber in aller Regel mehr als 15 Stunden in der Woche arbeiten, würden sie die Arbeitslosenstatistik entlasten.

Doch der Boom der gemeinnützigen Zusatzjobs scheint auszubleiben. Das Ziel von 600 000 Ein-Euro-Jobs verweisen Praktiker ins Reich der Illusionen. Das ist zwar für Clement peinlich, aber nicht zum Schaden des Arbeitsmarktes. Bei einer gewaltigen Aufblähung des zweiten Arbeitsmarktes bestünde die Gefahr, das dies zu Lasten des ersten Arbeitsmarktes ginge. Dann wäre aber mehr verloren als gewonnen.

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