Asien
Die Märkte sichern

Die EU darf nicht länger schlicht beobachten, ob die eingefrorenen Verhandlungen über eine Liberalisierung des Welthandels bei der Welthandelsorganisation (WTO) wieder aufgetaut werden.

Sie muss jetzt selbst aktiv werden, um den reibungslosen Zugang zu lukrativen Märkten zu sichern. Die Europäer waren bislang standfeste Verfechter des Multilateralismus, also von Handelsverhandlungen auf globaler statt auf regionaler Ebene. Andere Länder gehen wesentlich pragmatischer vor. Sie verhandeln sowohl bilateral als auch multilateral. Wie die USA: Diese und der südostasiatische Staatenbund Asean haben gerade einen neuen Handels- und Investitionsvertrag unterzeichnet.

Das Argument, eine Vielzahl paralleler Abkommen mit unterschiedlichen Klauseln könnte die Geschäfte für Europas Firmen nur komplizierter gestalten, ist zwar richtig. Doch während die EU abwartet, ob die Endlosverhandlungen in der Doha-Runde doch noch Früchte tragen, schaffen andere Fakten – und einen erheblichen Vorsprung für ihre Unternehmen.

Gerade im Zukunftsmarkt Asien verändern sich die Rahmenbedingungen rasend schnell. Wer hier nicht bei Zeiten mit von der Partie ist, gerät heillos ins Hintertreffen. China, Indien und Japan reden miteinander und knüpfen allesamt neue Handelsnetze mit Südostasien. Exportweltmeister Deutschland muss ein elementares Interesse daran haben, dort noch stärker als bislang Fuß zu fassen und Hindernisse beim Marktzugang abzubauen. Wenn nicht mit der WTO, dann eben ohne.

Wie groß Asiens Interesse an Deutschland ist, hat gerade Bundeswirtschaftsminister Glos in Malaysia und Indien erfahren. Die Bundesregierung sollte rasch reagieren, indem sie Brüssel rasch ein klares Mandat für neue Handelsabkommen mit Partnern in Asien erteilt.

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