ASTRA-ZENECA
Hoher Preis für Wachstum

Das Zwölffache des Umsatzes und fast das Vierzigfache des für 2007 erwarteten Gewinns zahlt der britische Pharmariese Astra-Zeneca für die Übernahme der US-Firma Medimmune.

Wer diese sehr hohen Relationen sieht, wird sich kaum darüber wundern, dass die Aktionäre von Astra-Zeneca gestern wenig begeistert auf den Einkauf reagierten. Die Nummer sechs der Pharmaindustrie muss sehr viel Geld in die Hand nehmen, um ihr Profil und Produktprogramm aufzubessern.

Sie erwirbt dabei keineswegs einen Star des Biotech-Sektors. Mit einem Umsatzwachstum von zuletzt lediglich sieben Prozent und etlichen Enttäuschungen in der Produktentwicklung gehört Medimmune vielmehr zu den eher unscheinbaren Vertretern dieser Branche. Das Geschäft des Unternehmens hängt im Wesentlichen an einem Medikament, einem biotechnischen Mittel gegen spezielle Infektionen bei Kindern. Die Hoffnung auf einen neuartigen Grippe-Impfstoff, den das US-Unternehmen vor Jahren selbst durch einen Zukauf erworben hat, hat sich nie erfüllt.

Das Angebot an interessanten Firmen und Produkten ist im Pharmageschäft keineswegs grenzenlos. Wirklich starke Firmen sind noch teurer und stehen in der Regel auch nicht zum Verkauf. Zudem ist der Handlungsdruck für Astra-Zeneca stetig gewachsen. Nachdem eigene Entwicklungsprodukte gleich reihenweise in den klinischen Tests gescheitert sind, bleibt dem Konzern wenig anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen und die Zahl seiner Wetten im Biotechsektor zu verstärken. Die Alternative wäre wohl nur ein großer Merger. Doch der dafür prädestinierte Partner, der heimische Konkurrent Glaxo-Smithkline, würde von Astra-Zeneca wohl wenig übrig lassen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%