Atlas Elektronik
Kommentar: Deutsche Lösung

Mit Marktwirtschaft reiner Prägung hat das nichts zu tun: Obwohl der französische Rüstungskonzern Thales mindestens 100 Millionen Euro mehr geboten hat, bekommt der Bremer Wehrtechnik-Spezialist Atlas Elektronik mit Thyssen-Krupp und EADS vorwiegend deutsche Eigner.

Für diese Entscheidung sind weniger die Marktbedingungen als politischer Einfluss verantwortlich. Die Bundesregierung hatte im Vorfeld klar gemacht, dass das Bremer Unternehmen keinesfalls in französische Hände übergehen darf.

Grundsätzlich ist es natürlich zu bedauern, dass die Regeln der Marktwirtschaft in der europäischen Rüstungsbranche außer Kraft gesetzt sind. Der Einfluss der Regierungen ist überall zu spüren, die besten Unternehmen der Branche sollen vom Inland aus kontrolliert werden.

Insofern hat sich die Regierung in Berlin im Fall Atlas Elektronik nur konsequent verhalten. Auch der französische Staat agiert nicht anders und passt auf seine besten Unternehmen auf. Solange die europäischen Regierungen in Rüstungsfragen nicht an einem Strang ziehen, sind die nationalen Interessen das Maß aller Dinge.

Vielleicht kann vom Fall Atlas Elektronik trotzdem eine positive Entwicklung in europäischer Hinsicht ausgehen: Thyssen-Krupp steigt mit Atlas zu einem starken Rüstungskonzern auf. Das kann eine gute Grundlage dafür sein, dass daraus eines Tages doch noch der lang erhoffte europäische Rüstungskonzern entsteht.

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