Aufsichtsräte
Nur kein Neid

In Deutschland wird gern über – vermeintlich – überhöhte Gehälter diskutiert. Es ist Teil der allseits bekannten Neiddebatte. Deshalb klettert so mancher Vorstandsvorsitzende am Wochenende lieber in den betulichen Mittelklassewagen als in die noble Firmenkarosse. „Nur nicht auffallen“ lautet die Devise,

Auch bei Aufsichtsräten gibt es diese Diskussion. Weit verbreitet ist die Meinung, dass die Kontrolleure eines Unternehmens keine allzu große finanzielle Entschädigung bräuchten. Wer einmal im Quartal an einer Routinesitzung teilnehmen müsse, der könne sich auch mit einer kleineren Vergütung zufrieden geben.

Eine Neiddebatte mit Blick auf die Aufsichtsräte ist jedoch vollkommen fehl am Platz. In der Vergangenheit mag es in dem einen oder anderen Fall durchaus so gewesen sein, dass ein Aufsichtsrat nicht mit besonderen Aktivitäten glänzen musste. Die Zeiten haben sich allerdings geändert.

Wer heute in einem Aufsichtsrat sitzt, kann seine Aufgabe nicht mehr mit wenigen Minuten Vorbereitung erledigen. Neue Anforderungen des Kapitalmarktes, strengere Gesetze und Haftungsregeln sowie besser informierte Aktionäre – die Arbeit in einem Kontrollgremium kann schnell zu einem Full-Time-Job werden. Ganz besonders für denjenigen, der an der Spitze des Aufsichtsrates steht oder einen der Ausschüsse leitet.



Deshalb kann es nicht darum gehen, dass die Unternehmenskontrolleure weniger Geld erhalten sollten. Das Gegenteil sollte der Fall sein. Aufsichtsräte müssen heute eine extrem anspruchsvolle Aufgabe erfüllen. Deshalb sind Unternehmen wie BASF und Eon auf dem richtigen Weg: Sie bezahlen ihre Kontrolleure besser als die meisten anderen Konzerne. Von den Millionenbezügen eines Vorstandsvorsitzenden sind beide Unternehmen dennoch noch meilenweit entfernt.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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