Ausbildungspakt
Kommentar: Versprechen mit Eigennutz

Die zweite Runde des Ausbildungspakts beginnt – und die Wirtschaft verdoppelt ihre Zielvorgaben: Statt 30 000 neuer Lehrstellen pro Jahr verspricht sie nun 60 000. Das klingt gut, ist jedoch nur eine Nachkorrektur.

Schon 2006 hatten die Unternehmen 67 000 neue Ausbildungsplätze geschaffen. Zudem wird gern übersehen, dass „neu“ nicht gleichbedeutend ist mit „zusätzlich“, denn die gleichzeitig anderswo wegfallenden Lehrstellen werden meist nicht erwähnt. Echte „zusätzliche“ Plätze entstanden 2006 rund 26 000.

Deutlich interessanter ist daher der zweite Teil des Versprechens: 30 000 Betriebe sollen motiviert werden, sich erstmals an die Ausbildung zu wagen. Das wäre im ureigenen Interesse der Wirtschaft. Denn ab 2008 sinkt die Zahl der Schulabgänger deutlich – damit schrumpft das Reservoir für Fachkräfte von morgen.

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin
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