Ausgang der Wahl ist offen
Umfragen passen sich „Wahlstreet“ an

SPD gewinnt, CDU verliert und ein Abwärtstrend beim Linksbündnis: Die jüngsten Umfrageergebnisse haben sich an der Handelsblatt-Prognosebörse "Wahlstreet" schon vor Wochen abgezeichnet. Und die aktuellen Kurse verheißen für die Christdemokraten am 18. September wenig Gutes.

jr DÜSSELDORF. Mehr als 41 Prozent trauen die Händler an der Wahlbörse von Handelsblatt.com der CDU nicht zu. Die Aktie wurde in den vergangenen vier Wochen zwischen 39,6 und 40,6 Prozent getaxt, obwohl die etablierten Meinungsforschungsinstitute der Partei 42 bis 43 Prozent zubilligen. Derzeit notiert das Papier bei 40,25 Prozent.

Die aktuellen Kurse der Wahlprognosebörse "Wahlstreet"

Ziel der Online-Börse ist es, eine möglichst genaue Prognose über den Ausgang der Bundestagswahl liefern. In der Vergangenheit hat die "Wahlstreet" oft das Wahlergebnis genauer vorhergesagt als die Meinungsforschungsinstitute. Aus dem Handel mit Aktien wird deshalb ein verlässliches Prognoseintrument, weil kein "Wahlstreet-Börsianer" seinen Einsatz verlieren will. Dadurch versucht er die Aktien einer Partei nicht teurer zu kaufen als das vermutete Wahlergebnis jener Partei.

Auch der Zugewinn der SPD wurde an der Börse bereits vor Wochen vorausgesehen. Als die Demoskopen noch Prognosen von 26 bis 28 Prozent für die Regierungspartei abgaben, notierte das sozialdemokratische Papier an der Wahlstreet bereits über 30 Prozent. Bereits am Montag nach dem TV-Duell zwischen Kanzler Gerhard Schröder und seiner Herausforderin Angela Merkel überwand die Aktie die Marke von 32 Prozent und notiert aktuell bei 32,60. Offensichtlich glaubt aber keiner an das Wahlziel von Gerhard Schröder in Höhe von 38 Prozent.

Als die Meinungsforschungsinstitute noch Prognosen von elf bis zwölf Prozent für das Linksbündnis abgaben, blieben die Wahlstreet-Händler realistisch. Bereits seit drei Wochen werden Gysi und Lafontaine weniger als zehn Prozent zugebilligt, aktuell sind es nur noch 8,5. FDP (7,5) und Grüne (8,2) gelten an der Online-Börse aufgrund ihrer geringen Schwankungen eher als "Witwen- und Waisenpapiere".

In einer Aussage stimmt die "Wahlstreet" aber mit den Meinungsforschungsinstituten überein: Der Ausgang der Wahl ist offen - und dürfte bis zum 18. September spannend bleiben. Derzeit hat Schwarz-Gelb an der Prognosebörse 47,75 Prozent, die anderen drei Parteien zusammen 49,23 Prozent. Allerdings wird an der Börse im Gegensatz zu Forsa, Infratest und Forschungsgruppe mit zwei Stellen hinter dem Komma gehandelt wird - und die können wahlentscheidend sein.

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