Auslandsinvestitionen
Attraktives Deutschland

Sind Deutschlands Großkonzerne an der Börse bald mehrheitlich in ausländischer Hand? Gut möglich, denn über 40 Prozent sind es schon. Zudem ist der Trend stabil und seit langem zu beobachten. Deutschland wird internationaler und ist deshalb künftig noch mehr als ohnehin schon internationalen Schwankungen in Wirtschaft und Politik ausgesetzt.

Kurzfristig lenken Neuwahlphantasien samt Reformhoffnungen das Interesse ausländischer Anleger auf Deutschland. Das zeigen Rekordaktienkäufe aus dem Ausland, seitdem Bundeskanzler Gerhard Schröder am 22. Mai seinen Neuwahlcoup landete. Wer jetzt rasch einsteigt, weil er auf einen Sieg der konservativ-liberalen Opposition und rasche, tief greifende Reformen im Gesundheitswesen, bei den Lohnnebenkosten und im Kündigungsschutz wettet, dürfte sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch schnell wieder von seinen deutschen Aktien verabschieden, falls es zu einem anderen Wahlausgang oder Enttäuschungen kommt. Ein Teil der Kursgewinne schmölze also wieder dahin.

Doch neben dem kurzfristigen Aspekt gibt es langfristige Erwägungen. Bereits seit den neunziger Jahren gibt es einen starken Trend zu höheren Auslandsinvestitionen in Deutschland: von neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf über 25 Prozent. Das Ausland erkennt sehr wohl, dass bei allen Schwierigkeiten um marode Staatskassen die Unternehmen ihre Hausaufgaben erfolgreich machen. Sie exportieren immer mehr Waren ins Ausland, senken ihre Produktionskosten und erwirtschaften Rekordgewinne. Dabei schaffen sie es trotzdem, dass die Löhne kaum steigen. So verringern sich die Lohnstückkosten gegenüber der westeuropäischen Konkurrenz. Das mag Beschäftigte hier zu Lande nicht erfreuen, zieht Aktionäre aber an. som

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