Ausstieg bei Pro Sieben Sat.1
Axel Springers geplatzter Traum

Einen Traum erfüllte sich der Zeitungsverleger Axel Cäsar Springer noch zu Lebzeiten: Der geniale „Bild“-Erfinder stieg in den achtziger Jahren in das Privatfernsehen ein. Der heutige Springer-Chef Mathias Döpfner setzt dem nun ein Ende – und der Zeitpunkt dafür hätte ungünstiger nicht sein können. Ein Kommentar von Hans-Peter Siebenhaar .
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Seit Springers Einstieg spielt der Zeitungskonzern eine maßgebliche Rolle im deutschen TV-Geschäft. Mit dem angekündigten Verkauf der Beteiligung an der Sendergruppe Pro Sieben Sat 1 hat der heutige Springer-Chef Mathias Döpfner diesen Traum des Konzerngründers 22 Jahre nach dessen Tod platzen lassen.

Künftig wird das große Geld im deutschen Fernsehen ohne Springer verdient. Der Ausstieg beim Münchener Fernsehkonzern gleicht einem finanziellen Befreiungsschlag. Denn der Verkauf der zwölfprozentigen Beteiligung für 509 Mill. Euro entspricht fast genau dem Kaufpreis für die Mehrheitsübernahme an dem privaten Postdienstleister Pin im Sommer. Wenn Springer den Herausforderer der Deutschen Post womöglich bereits am Freitag in die Insolvenz schicken will, kann frisches Geld aus Aktiengeschäften nicht schaden, um die Handlungsfähigkeit des „Bild“-Konzerns zu sichern.

Doch der Zeitpunkt des Aktienverkaufs hätte ungünstiger nicht sein können. Denn seit dem Sommer ist das Papier der größten deutschen Fernsehkonzerns auf Talfahrt. Döpfner hat daher bei Springer zu Weihnachten für keine schöne Bescherung gesorgt.

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