Autoindustrie
Schwierige Zeiten

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Deutschlands Autohersteller sollten sich warm anziehen. Im Heimatmarkt sind auf lange Sicht keine Blumentöpfe mehr zu gewinnen. Aus der erhofften Erholung in der zweiten Jahreshälfte von 2007 ist nichts mehr geworden – der schwache Absatztrend zu Jahresbeginn hat sich auch in den Folgemonaten fortgesetzt.

Deshalb sollten sich Hersteller und Zulieferer der Realität stellen: Auch in den nächsten Jahren ist mit keiner wesentlichen Änderung zu rechnen. Der Markt ist gesättigt, größere Steigerungsraten werden sich einfach nicht mehr erreichen lassen. Die Straßen sind schon voll genug, viel mehr ist kaum möglich. Außerdem sind die Autos immer besser – sprich: haltbarer – geworden. Heute dauert es viel länger, bis das allseits geliebte Gefährt ersetzt werden muss.

Deshalb ruhen die Hoffnungen der deutschen Hersteller verständlicherweise auf dem Export. Die Schwellenländer wie etwa in Asien und Südamerika stehen dabei im Fokus. In den USA und Japan ist die Situation ähnlich wie in Deutschland – deshalb sind von dort keine Impulse zu erwarten.

Also müssen es China und Indien richten. Aber das ist leichter gesagt als getan. Denn natürlich sind die Deutschen nicht allein auf der Welt – auch andere bauen schöne Autos. VW hat das in China zu spüren bekommen, wo die Wolfsburger lange Marktführer waren. In der Volksrepublik sind die Konkurrenten wach geworden, die VW die Führung streitig machen. Und die Lage wird komplizierter: Viele Schwellenländer verlangen, dass die Deutschen verstärkt vor Ort produzieren.

Das alles zusammen heißt noch lange nicht, dass sich die deutschen Hersteller verschreckt in die Ecke zurückziehen müssten. Aber eine Tatsache steht unwiderruflich fest: Es wird schwieriger, deutsche Autos zu verkaufen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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