Automobilindustrie
Verspäteter Aufschwung

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Es hätte doch alles so schön sein können: Deutschlands Konjunktur brummt ordentlich, die Unternehmen investieren, die Privatkunden kaufen. Doch auf dem Inlandsmarkt haben die deutschen Autohersteller davon bislang nicht viel mitbekommen. Im Gegenteil. Der Verband der Automobilindustrie hat gestern seine Prognose für den Inlandsabsatz ein weiteres Mal um 100 000 Autos zurückgenommen und rechnet jetzt damit, dass in Deutschland in diesem Jahr 3,2 Millionen PKWs verkauft werden. Die Schuldigen für die Flaute sind schnell ausgemacht: Erst habe die Erhöhung der Mehrwertsteuer die Kauflust nach unten getrieben, dann habe die Diskussion um CO2-Emissionen für Zurückhaltung gesorgt.

Dennoch sollten sich die deutschen Autohersteller nicht allzu viele Sorgen machen. Schließlich spricht der starke Export dafür, dass das Inlandsloch mehr als ausgeglichen wird. Und die aktuellen Klagen wegen der Erhöhung der Mehrwertsteuer sollten nicht allzu laut sein: Die Branche setzte doch als Ausgleich im vergangenen Jahr deutlich mehr Fahrzeuge ab, weil etliche Kunden ihren Autokauf wegen der anstehenden Steuererhöhung vorzogen. Die Autohersteller gestehen selbst ein, dass jetzt eine Erholung absehbar ist. Die Zahl der monatlichen Auftragseingänge aus dem Inland hat sich stabilisiert und ist seit Oktober erstmals nicht mehr gefallen. Also wird sich alles zum Guten wenden, mag die konjunkturelle Erholung in der Autobranche auch etwas später ankommen. Die Aussichten sind jedenfalls ordentlich. Schon die Frankfurter Automesse IAA im September wird für neuen Schub sorgen. Im Jahr 2008 winken der Branche dann wieder kräftige Zuwächse.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie

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