Automobilverband
Mangel an Aggressivität

VDA-Präsident Bernd Gottschalk hat einen Klimaschock der eigenen Art erlebt. Sein Rücktritt angesichts der Kritik an der Arbeit des Autoverbands in Sachen CO2 ist persönlich bedauerlich, aber dennoch konsequent. Tatsächlich hatte der Verband zu spät und zu zurückhaltend reagiert. Konsterniert mussten die deutschen Hersteller registrieren, dass ihnen plötzlich die Rolle des Klimaschänders zugefallen war, obwohl die sparsamsten Autos aus Deutschland stammen und die durchschnittlichen Emissionen von Kohlendioxid der VW-Flotte unter denen des angeblichen Musterschülers Toyota liegen. So war es nicht technischer Tiefschlaf, sondern vor allem mangelnde mediale Aggressivität, die die Deutschen in der Diskussion in die Defensive brachte. Ein Fiasko, das leider Methode hat. Schon bei der Diskussion um Feinstaub

und Rußpartikelfilter blieb der Verband lange in der Schmollecke und klagte, dass seine Argumente nicht gewürdigt würden.

Mit Gottschalks Rückzug sollte der Verband deshalb nun nicht nur an der Spitze einen personellen Neuanfang wagen, sondern auch beim Marketing kreative Wege gehen. Wie das geht, machen die ausländischen Konkurrenten Peugeot und Toyota täglich vor. Peugeot baut bis heute nicht in alle Modelle Rußpartikelfilter ein. Und der Hybridantrieb bildet bei Toyota nur eine Nische. Dennoch gelten die Produkte beider Marken als besonders umweltfreundlich. Es reicht also nicht, wenn die deutschen Hersteller bei der Umwelttechnologie führend sind. Sie müssen dies auch offensiv verkaufen. Die Schlacht um grüne Autos wird heute nicht mehr allein in den Ingenieurbüros entschieden. Die Kunden diskutieren darüber vor allem am medialen Stammtisch.

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