BA-Chef
Kommentar: Durchbruch aus Not

Fast zwei Wochen haben die Regierung und das Präsidium des BA-Verwaltungsrats gebraucht, um einen Nachfolger für den geschassten Florian Gerster zu finden. Sie haben die Kurve in letzter Minute genommen.

Fast zwei Wochen haben die Regierung und das Präsidium des BA-Verwaltungsrats gebraucht, um einen Nachfolger für den geschassten Florian Gerster zu finden. Sie haben die Kurve in letzter Minute genommen. Denn angesichts des öffentlichen Drucks war es zuletzt undenkbar, dass der Verwaltungsrat heute zusammenkommt, ohne einen neuen Chef für die wichtigste Behörde dieses Landes zu benennen. Insofern ist der künftige BA-Vorstandsvorsitzende FrankJürgen Weise auch ein Ergebnis der politischen Klemme, in der Regierung und BA-Kontrolleure seit der Entlassung Gersters stecken.

Das muss kein Makel sein. Weise genießt bei Arbeitgebern, Gewerkschaften und der Politik einen hervorragenden Ruf. Er ist der eigentliche Motor des Reformprozesses in der BA, während Gerster vor allem den öffentlichen Auftritt pflegte. Deshalb hat Weise auch bei den Mitarbeitern ein deutlich besseres Ansehen, obwohl sein Name für teils unbeliebte Veränderungen steht.

Allerdings haftet ihm der Makel an, als bisheriger Finanzvorstand in die fragwürdige Auftragsvergabe der Behörde verwickelt zu sein. Damit läuft Weise Gefahr, ähnlich wie Gerster zur Zielscheibe der Kritik zu werden. Das aber wäre das Letzte, was die BA jetzt brauchen kann. Nicht von ungefähr haben sich der Kanzler und sein Wirtschaftsminister deshalb einen Kandidaten gewünscht, der von außen kommt und damit unbelastet ist. Doch die einzige Alternative war offenbar Bremens Bürgermeister Henning Scherf. Der ist sicher ein verdienter Politiker, aber was ihn für den Spitzenjob bei der BA qualifiziert hätte, bleibt ein Rätsel. Sein Name steht vielmehr dafür, wie erschreckend dünn die Personaldecke der rot-grünen Koalition ist. Daran sollte jeder Verwaltungsrat denken, der heute erwägt, Weise doch noch abzulehnen.

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