Balda
Kommentar: Zeit für Panik

Der größte anzunehmende Unfall wird beim Handyausrüster Balda nun offenbar Realität. Über mehrere Monate hinweg hat die Balda AG immer wieder versichert, der Verkauf der ehemaligen Tochtergesellschaft Balda Solutions sei in trockenen Tüchern und der Muttergesellschaft können kein weiterer Schaden entstehen. Und nun das.
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Der größte anzunehmende Unfall wird beim Handyausrüster Balda nun offenbar Realität. Über mehrere Monate hinweg hat die Balda AG immer wieder versichert, der Verkauf der ehemaligen Tochtergesellschaft Balda Solutions sei in trockenen Tüchern und der Muttergesellschaft können kein weiterer Schaden entstehen. Und nun das. Mitten in der Nacht verkündet die Balda AG in einer Pflichtmitteilung an die Börse, dass die Liquidität des Unternehmens nicht ausreicht, um die Verluste der Ex-Tochter auszugleichen. Und genau dazu hat man sich verpflichtet. Mit anderen Worten: Die Balda AG steht vor der Insolvenz.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, was in den nächsten Stunden und Tagen rund um Balda passieren wird: die totale Panik. Ein Unternehmen, das selbst von Zahlungsunfähigkeit spricht, ist ein rotes Tuch. Für Aktionäre, für Lieferanten, für Kunden. Wer will jemanden beliefern, wenn unklar ist, ob die Rechnung bezahlt wird? Und wer will bei so jemandem etwas bestellen? Die Aktionäre sind schon auf der Flucht – der Kurs ist um zeitweise mehr als 30 Prozent eingebrochen.

Nun muss die Frage nach der Verantwortung gestellt werden. Die liegt beim Vorstandsvorsitzenden Joachim Gut. Ob Mitarbeiter, Analysten oder Aktionäre, alle wollen heute eines wissen: Wie konnte Gut einen Vertrag unterschreiben, bei dem offenbar der Käufer nachträglich seine Forderungen an Balda mehr als verdoppeln kann? Und selbst wenn es nicht soweit kommt – allein durch die unklare Verhandlungslage hat Gut seinem Unternehmen extrem geschadet. Er muss gehen.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

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