Balda

Kommentar: Zurück auf Anfang

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Missmanagement ist für das aktuelle Durcheinander beim Handyzulieferer Balda das falsche Wort. Was beim Handyhersteller aus Ostwestfalen in den vergangenen Tage und Wochen passierte, ist mit einem deutschen Wort besser beschrieben: Schlamperei.

Wie anders ist es zu erklären, dass die Balda AG beim Verkauf ihres europäischen Plastikschalengeschäfts einen Vertrag schloss, der dem Abnehmer erlaubte, nachträglich Forderungen in zweistelliger Millionenhöhe zu verlangen? Die Trennung von den Tochtergesellschaften sollte für Balda eigentlich der Anfang einer neuen Ära sein. Frei von dem unprofitablen europäischen Geschäft wollte sich Balda auf Asien konzentrieren und auch in der Öffentlichkeit künftig als High-Tech-Lieferant für Kunden wie Apple und Nokia glänzen.

Stattdessen taumelt Balda nun im Licht der Öffentlichkeit als halb naiv, halb unfähig geführtes Provinzunternehmen herum. Wer bei einem Kaufvertrag dem Gegenüber die Möglichkeit offen lässt, sich nachträglich alle nur möglichen Abschreibungen auszahlen zu lassen, müsste sofort aus seinem Amt entfernt werden.

Vorstandschef Gut aber ist noch immer da. Deshalb stellt sich bei Balda nun auch die Frage nach dem Aufsichtsrat. Wo waren die Kontrolleure, als der Vorstand den Horror-Vertrag schloss? Und warum sind sie in den vergangenen Wochen nicht aufgewacht, als die Medien berichteten, dass Balda sein ehemaliges Kerngeschäft an eine Briefkastenfirma verkauft hat? Aufsichtsratschef Richard Roy wird sich dieser Verantwortung auf der kommenden Hauptversammlung stellen müssen. Diese allerdings ist erst einmal auf unbestimmte Zeit verschoben.

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